Gohar Dashti

Fragmente der Erinnerung

© Gohar Dashti

Gohar Dashti kam im Iran zur Welt, nahe der Grenze zum Irak, in dem Jahr, als zwischen den beiden Ländern ein Krieg ausbrach, der bis 1988 dauerte und Tausende Familien zerriss, darunter auch die von Gohar Dashti. „Dieser Konflikt hatte starken Einfluss auf das Gefühlsleben meiner Generation“, erklärt die Fotografin und Regisseurin. In der Serie Today’s Life and War fängt sie Augenblicke ein, die einen Zwiespalt veranschaulichen: ein Leben, das weitergeht, trotz der Verwüstungen des Krieges. „Auf einem fiktiven Schlachtfeld zeige ich ein Paar in seinem Alltag; sie stehen für die Kraft der Beharrlichkeit, der Entschlossenheit und des Überlebenswillens.“ Es sind surrealistische Szenen, die das Paar etwa in einem Autowrack inmitten von Ödland zeigen, wo im Hintergrund ein Panzer zu sehen ist, oder, in dramatischer Überhöhung, bei der Zeitungslektüre vor einem Bunker.

Diese Serie aus dem Jahr 2008 machte Gohar Dashti international bekannt und wurde in zahlreichen Museen gezeigt. Seit dieser Arbeit, die auch heute nichts von ihrer suggestiven Kraft verloren hat, hat sich Dashtis Vorgehensweise weiterentwickelt, aber auch ihr Stil; er ist bildnerisch und dokumentarisch zugleich und versucht stets, einen neuen Blick auf die Dinge zu werfen. Davon zeugen auch ihre anderen Arbeiten, die in Baden zu sehen sind und die das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt thematisieren. Dashti sagt hierzu: „Die Menschen sind vergänglich, die Natur dagegen ist dauerhaft. Sie wird noch da sein, wenn wir alle schon längst verschwunden sind.

Insgesamt zeigen wir fünf Serien, denen jeweils ein eigenes Konzept zugrunde liegt; kluge und subtile Werke, die die Geografie als narratives Mittel nutzen, um vom Verhältnis der Menschen zu der Welt, in der sie leben, zu erzählen. Wie etwa in der Serie Land/s, in der Fotografien als Objekte verwendet werden, die für die spirituelle Verbindung des Menschen mit der Natur stehen und für die Sehnsucht, mit der er ihr begegnet. Eine dieser Serien, Near and Far, zeigen wir exklusiv. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem iranischen Künstler Hamed Noori; ein fotografisches Kaleidoskop, das von der islamischen Architektur, der islamischen Landschaft und den islamischen Künsten inspiriert ist. Ein Projekt, das die westliche Tradition der Naturfotografie mit der persischen Verwendung der Perspektive und der Geometrie verbindet. Ein visueller Dialog der Kulturen.

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