Gerhard Skoff & Brigitte Kössner-Skoff

Indiens lebende Brücken

Im äußersten Nordosten des indischen Subkontinents, eingebettet zwischen dem Tibetischen Hochland im Norden und Bangladesch im Süden, liegt der kleine Bundesstaat Meghalaya. Meghalaya ist Khasi-Land. Das indigene Bergvolk erhielt weitgehende Autonomierechte von der indischen Regierung und lebt in einer verfassungsrechtlich garantierten matrilinearen Gesellschaft, bei der Abstammung, Familienname und Erbfolge nur von der Mutter hergeleitet werden. Die jüngste Tochter erbt den gesamten Familienbesitz und muss dann in ihrer Rolle als Clanführerin für den Zusammenhalt und die Versorgung der Familie sorgen.

Die Region der Khasi Hills zählt mit mehr als dreizehn Metern Niederschlag pro Jahr zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Während des Monsuns ab der zweiten Aprilhälfte schwellen die kleinen Bäche in den üppigen Bambuswäldern zu reißenden, unüberwindlichen Flüssen an. 

Die Menschen hier haben sich über Jahrhunderte an diese Widrigkeiten der Natur angepasst und gelernt, diese Flüsse dauerhaft mit lebenden Brücken zu überspannen. Auf beiden Seiten des Ufers pflanzen sie in sicherer Höhe Gummibäume. Diese mächtigen Baumriesen, die die Basispfeiler der imposanten Brücken bilden, sind mit einem dichten Wurzelkonstrukt mit dem Waldboden verwoben. Ihre Luftwurzeln verbinden sie von beiden Seiten und lassen so über die Jahrzehnte dauerhafte und robuste Brücken wachsen, die sie zusätzlich mit Felsstücken und Lehm verstärken. Dutzende solcher uralten, kunstvoll und umweltfreundlich auf natürliche Art konstruierten Brücken spannen sich über die Schluchten und verbinden die kleinen Dörfer in den abgelegenen Bergregionen.

Diese „Living Root Bridges“ sind ein verbindendes Kulturgut, das es sonst nirgendwo auf der Welt in dieser Form gibt. Nur in Meghalaya pflegen die zum Volk der Khasi gehörenden War-Jaintia diese alte Handwerkskunst. Die höchste Dichte an solcherart Brücken verbinden die Dörfer Mawkyrnot und Rangthylliang im Hochland der East Khasi Hills, wo tief in den Wäldern versteckt rund zwanzig solcher oft Jahrhunderte alte Übergänge die Schluchten überspannen.

Brigitte Kössner-Skoff und Gerhard Skoff sind international tätige Manager im Bereich der Kunst und Kultur bzw. in der Automobilindustrie. Beide stehen der Schönheit der Natur und dem Wunder des Lebens mit großem Respekt und Wertschätzung gegenüber. Gemeinsam haben sie auf der Suche nach den Plätzen, die mit ihrer Harmonie Ruhe und Vollkommenheit ausstrahlen, schon über hundert Länder bereist und diese magischen Momente fotografisch festgehalten. Ihre Bilder spiegeln die Schöpfungskraft der Natur wider und zeigen die Vielfalt und die Schönheit unseres Planeten.

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