Martin Bernetti

Notstand

© Martin Bernetti / AFP

Aus der Luft betrachtet wirken diese Orte im Norden Chiles wie kleine türkis- oder smaragdfarbene Seen. Doch wenn man genauer hinsieht, erkennt man, dass es sich um Sammelbecken für giftige Kupferabfälle handelt, Überreste des dortigen Bergbaus. Etwas weiter entfernt, in der Region Tarapacá, liegen die verlassenen Ruinen der Humberstone-Salpeter-Werke. 2019 hätte Chile, das seit zehn Jahren unter nicht enden wollender Dürre leidet, die 25. UN-Klimakonferenz ausrichten sollen; wegen der sozialen Krise und der landesweiten Protestbewegungen musste die Konferenz jedoch nach Madrid verlegt werden. In Chile weiß man mittlerweile, dass dem Land der Kollaps droht, wenn es seine natürlichen Ressourcen weiterhin rücksichtslos ausbeutet.

Martin Bernetti leitet den Bilderdienst der AFP in Santiago de Chile. In seiner vierzehnjährigen Laufbahn hat er in über zwanzig Ländern gearbeitet und dabei aus Konfliktregionen berichtet, aber auch über Ereignisse der Weltgeschichte, etwa die Geiselnahme in der japanischen Botschaft in Lima 1997 oder die Ölpest, die im Jahr 2000 das Galapagos-Archipel heimsuchte. In der hier gezeigten Ausstellung unterzieht er den Naturraum eines Landes, das sich seines Umwelterbes wohl bewusst ist, einer Bestandsaufnahme. Ein Land, das beschlossen hat, das Eldorado erneuerbarer Energien zu werden. Diese Revolution wird langwierig und aufwendig werden, und es wird viel Mühe kosten, die Zerstörungen der zurückliegenden Jahrzehnte wiedergutzumachen. Doch Chile könnte damit anderen lateinamerikanischen Staaten den Weg ebnen und so auf diesem Kontinent, der eine heilsame ökologische Bewegung so dringend nötig hat, den Stein ins Rollen bringen.

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