Alfred Seiland

East Coast to West Coast

Alfred Seiland © Raimond Spekking

„USA
Damals: Gerne immer wieder.
Heute: Gerne immer weniger.“

Alfred Seiland

Diese Arbeit ist die Essenz mehrerer Reisen Alfred Seilands durch die USA in den Jahren 1979 bis 1999. Ein Großteil davon wurde in seinem Erstlingswerk „East Coast – West Coast“ von 1986 veröffentlicht und resultierte in seiner ersten Museums-Einzelausstellung in den USA im Art Institute of Chicago. Eine einfühlsame Dokumentation, die Aspekte des Alltags mit fotografischer Virtuosität reflektiert. Er versteht es, ungewöhnliche Stimmungen und Situationen zu lesen und als Phänomene zu würdigen.

Die Arbeit Seilands trifft sich hier im Gutenbrunnerpark mit jener von Joel Meyerowitz. Beide pflegen einen ähnlichen Zugang zur Wahl ihrer Motive und interpretieren sie „artverwandt“.
Auf ihren Reisen durch die USA haben sie einander mehrfach getroffen, kennen und schätzen sich. Gemeinsam ausgestellt haben sie nie. Was ihre visuelle Begegnung in Baden so spannend macht ist ihre Herkunft: Ein Amerikaner aus der Bronx und ein Europäer aus Leoben betrachten durch den Fokus ihrer Kameras die USA. Das Ergebnis dieses „Paarlaufes“ ist beeindruckend ähnlich und doch sehr differenziert. Eine Fallstudie über Fotografie und künstlerische Interpretation wie keine zweite.

Alfred Seiland begann als Autodidakt Ende der 1960er Jahre zu fotografieren. Zu Beginn benutzte er Kleinbildformat, 1979 wechselte er zur analogen Großbild-Kamera. Von der Mitte der 1970er Jahre an fotografiert er ausschließlich in Farbe. Sein Fokus liegt auf der Landschaftsfotografie im übergeordneten Sinn. Seine Arbeiten von 1995 bis 2001 für die FAZ-Kampagne „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ und sein Langzeitprojekt „Imperium Romanum“ der letzten 20 Jahre haben international Aufsehen erregt und Seiland zu einem der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit gemacht. Vielfach ausgezeichnet, sind seine Arbeiten in den Sammlungen wichtiger Museen der Welt vertreten, wie dem Museum of Modern Art in New York, oder wurden in großen Einzelausstellungen gezeigt, wie in der Albertina in Wien – aber auch bei Fotofestivals wie Les Rencontres d’Arles.

Von 1997 bis 2019 war Alfred Seiland Professor für Fotografie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

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