Money Sharma

Indisches Nachtstück

© Money Sharma

Mit 1,38 Milliarden Einwohnern ist Indien nach China das bevölkerungsreichste Land der Welt, noch weit vor den USA. Das starke Bevölkerungswachstum hat das Land im Zusammenspiel mit rasanter Verstädterung und umwälzender Modernisierung zu einem Energiefresser gemacht. Neu-Delhi steht in der Rangfolge der am stärksten verschmutzten Städte der Welt ganz oben; der Feinstaubgehalt der Luft ist vier- bis sechsmal höher als der vertretbare Grenzwert, den die Weltgesundheitsorganisation festgelegt hat. Das hat seine Gründe: Um den Energiebedarf des Landes zu decken, werden jeden Tag zweieinhalb Millionen Tonnen Kohle verbraucht (70 Prozent des Stroms werden durch Kohlekraftwerke erzeugt). Wenn die Luftverschmutzung ein bestimmtes Maß übersteigt, vor allem im Winter, wenn sich der Smog wegen der niedrigen Temperaturen nicht rasch genug auflöst, müssen Schulen und bestimmte öffentliche Einrichtungen geschlossen werden.

Obwohl Premierminister Modi 2021 bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow verkündet hat, Indien strebe bis zum Jahr 2070 Klimaneutralität an und werde zu diesem Zweck massiv in erneuerbare Energien investieren, hat seine Regierung bislang nichts unternommen, um die Abhängigkeit Indiens von der Kohle zu verringern. Ganz im Gegenteil: Kürzlich hat der Staat aus wirtschaftlichen Gründen vierzig Kohlebergwerke versteigert.

Money Sharma arbeitet für die Agence France-Presse und stammt aus einer Familie, die sich seit vier Generationen der Fotografie verschrieben hat. Seit zwanzig Jahren berichtet er über die Ereignisse in seinem Land: über das aktuelle politische Geschehen, über Sportwettbewerbe, aber auch über „selten begangene Wege“, wie er gerne sagt, vor allem über jene, die durch die Berge im Norden des Landes führen.

In dieser Ausstellung zeigt er mit seinen Bildern die sichtbaren Folgen der Umweltverschmutzung (ewiger Nebel, giftiger Schaum auf den Flüssen), aber auch den Weg der Kohleverstromung in Indien: vom privaten Verbrauch, um Wasser zu kochen oder zu heizen, bis zu den riesigen Bergwerken, in denen Tausende Tonnen des schwarzen Goldes gewonnen werden. Ein Brennstoff, der den Planeten vergiftet und die Gesundheit derer schädigt, die auf den ausgeweideten und zerfurchten Landstrichen leben, aus denen Flammen und toxische Gase entweichen.

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