Hashem Shakeri

Land des Sandes

© Hashem Shakeri

Die größte Provinz des Iran, Sistan und Belutschistan, liegt im Südosten des Landes. Sie galt in der Vergangenheit als Kornkammer der Region, und historische Texte beschreiben sie als ein Land von üppigem Grün, mit fruchtbarem Boden und reichlichen Wasservorkommen, der eine jahrtausendealte Zivilisation schon seit ihren Anfängen ernährte. Heute ist diese Provinz aufgrund der klimatischen Veränderungen eines der trockensten Gebiete des Landes. Um der Arbeitslosigkeit und der Aussichtslosigkeit zu entkommen, die diese Wasserknappheit verursacht, haben bereits 30 Prozent der Bevölkerung Sistan und Belutschistan verlassen.

Die Trockenheit stellt im Iran ein schwerwiegendes ökologisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Problem dar. Der Fotojournalist Hashem Shakeri hat sich in seiner Arbeit lange Zeit damit beschäftigt. Aus dem Iran gebürtig, lebt er in Deutschland und wurde mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, wie etwa dem Ian Parry-Stipendium, dem Lucas Dolega-Preis, dem Preis der UNICEF für das Foto des Jahres und einem Stipendium von Getty Images. Seine Bilder über die Auswirkungen der Pandemie im Iran fanden weltweit Anerkennung und wurden im renommierten Magazin The New Yorker veröffentlicht.

Shakeris Bilder von der Trockenheit zeichnen sich durch eine charakteristische Farbgebung aus, durch millimetergenaue Komposition und exakt gewählte Bildausschnitte. Die Szenerien muten an, als seien sie auf dem Mond angesiedelt. Verdorrtes Licht, das im größtmöglichen Gegensatz zu der blühenden Welt steht, wie sie die historischen Texte entwerfen. Dieselbe Darstellungsweise wendet Shakeri auch in der zweiten hier gezeigten Serie an, einer Arbeit über die Retortenstädte, die in der Wüste aus dem Boden gestampft werden und jene Menschen aufnehmen, die wegen der astronomischen Grundstückspreise und des immer beschwerlicher werdenden Alltags Teheran verlassen müssen. Das grell-blendende Licht erschafft in diesen Szenen eine chimärenhafte Atmosphäre, die an Science-Fiction-Dystopien erinnert. Als kündeten sie von einer irrealen Zukunft, die so irreal gar nicht mehr ist, einer Zeit, in der der Mensch überall dort, wohin er vordringt, Städte kultiviert, so wie einst Getreidefelder.

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