Tine Poppe

Vegetationen / Variationen

© Tine Poppe

Zwar war auch Tine Poppe im Jahr 2020 zum Stillstand verdammt, nicht jedoch ihre Schaffenskraft. Weil ihr das Reisen aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen nicht möglich war, schuf die norwegische Fotografin einen ungewöhnlichen Fotoessay. Das Motiv: Blumen, die das Verkaufsdatum überschritten hatten und weggeworfen werden sollten. „Alle diese Blumen sind verwelkt, vertrocknet und vernachlässigt. In ihrer Unvollkommenheit erzählen sie Geschichten, stellen ihren Charakter zur Schau und lösen im Betrachter Mitgefühl aus.“ Die daraus entstandene Serie Precious ergänzt die früheren Arbeiten Poppes, deren Werke weltweit gezeigt und mit etlichen Preisen ausgezeichnet wurden. 2016 erhielt sie den LensCulture Emerging Talents Award, und 2017 war sie Finalistin beim LensCulture Street Photography Award. Poppe, die heute in Oslo lebt, lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters mittels traumartiger Kompositionen auf gesellschaftliche, politische, ökologische und philosophische Themen. Um ihre Botschaften zu formulieren, versieht sie ihre ruhigen, fast beschaulichen Bilder mit markanten Bildunterschriften, so etwa in der Serie Exit Wonderland, die aus Aufnahmen von der amerikanisch-mexikanischen Grenze besteht und die Politik des ehemaligen US-Präsidenten Trump anprangert, ohne ihn ein einziges Mal zu zeigen.

In Psychedelic Perceptions beschäftigt sich Poppe ebenfalls mit der Pflanzenwelt, jedoch in Form einer Hommage an den „Summer of Love“ 1967, den Höhepunkt der Hippiebewegung. In diesem Jahr prägte Allen Ginsberg den Begriff flower power, und zum fünfzigsten Jahrestag schuf Tine Poppe diese Serie, die Unkraut und Wildblumen aus der Sicht einer Ameise zeigt.

In der Serie Rearrange erkundet die Fotografin Stadtlandschaften, aber auch den Naturraum, und zeigt nebelverhangene, traumartige Szenerien. Ein Foto aus dieser Arbeit markiert den Anfang der Ausstellung: ein Pfad, der sich durch feuchtes Gras schlängelt, im Schatten majestätischer Bäume. Der Beginn einer fotografischen Wanderung durch drei essayartige Projekte, die uns – ähnlich wie verschiedene Tonleitern – unterschiedliche Sichtweisen auf die Natur entdecken lassen.

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