Marco Zorzanello

Klimatourismus

© Andrea Rosset N-B

Es ist nur schwer zu verstehen, warum immer noch diskutiert werden muss. Die Hindukusch-Region im Himalaya, häufig als der „dritte Pol“ bezeichnet, ist von der Erderwärmung bedroht; in Alaska werden nie dagewesene Hitzerekorde aufgestellt; der zwischen Norwegen und dem Nordpol gelegene weltweite Saatgut-Tresor auf Svalbard bekommt die ersten Auswirkungen der steigenden Temperaturen zu spüren. Dennoch gibt es immer noch Menschen, die dieses unumkehrbare Phänomen nicht wahrhaben wollen.

Doch es ist kein neues Phänomen. Bereits im Jahr 1896 erkannte der schwedische Wissenschaftler Svante Arrhenius, dass bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe Kohlendioxid die Luft erwärmt. Allerdings gibt es ein Problem: Zwar befindet sich unser Planet derzeit in einer natürlichen Phase der Erwärmung (solche Phasen gab es schon immer seit der Entstehung der Erde), die Menschen beschleunigen aber den Prozess und verschlimmern ihn. In Mauna Loa, Hawaii, hat die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Luft 411 ppm erreicht. Dies ist der höchste Wert seit 800.000 Jahren.

Der italienische Fotograf Marco Zorzanello hat beschlossen zu zeigen, wie sich einige Menschen ironischerweise den Klimawandel für ihren Urlaub zunutze machen. Die Skigebiete der Dolomiten, der Jordan, das Tote Meer und Grönland haben alle etwas gemeinsam: Es sind Schauplätze dessen, was er als „Klimatourismus“ bezeichnet. Obwohl die schneebedeckten Flächen in den italienischen Alpen immer dünner werden, der Pegel des stark salzhaltigen Sees zwischen Israel und Jordanien nie dagewesene Tiefstände erreicht hat und die Polkappen vor unseren Augen schmelzen, strömen die Touristen nur so in diese vom Klimawandel veränderten Gegenden. So grotesk und aberwitzig diese Fotos auch sein mögen, sie führen eine bedenkliche Tatsache vor Augen: Um ihre Lebensweise nicht ändern zu müssen, weigern sich die Menschen in ihrer Naivität, die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen und handeln nicht entschlossen genug, um die absehbare Katastrophe abzuwenden. Marco Zorzanello erhielt 2018 den Preis für Fotografie der Fondation Yves Rocher / Visa pour l’Image. Für seine Arbeit über Grönland wurde ihm ein Stipendium in Höhe von 8.000 Euro zugesprochen.

In Zusammenarbeit mit der Fondation Yves Rocher. 

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