Guillaume Herbaut

Osteuropa – Wälder des Widerstandes

© Richard Dumas

Jedes Jahr verschwinden Weltweit 13 Millionen Hektar Wald. Wenn wir von Entwaldung sprechen, denken wir in der Regel an die verheerende Abholzung des Regenwaldes im Amazonas oder der tropischen Urwälder in Südostasien. Dabei findet der Kampf zur Rettung der Wälder auf unserem Planeten auch mitten in Europa statt. In Polen befindet sich der größte und älteste Urwald Europas, und in Rumänien befinden sich zwei Drittel der noch verbliebenen Urwälder unseres Kontinents (Russland nicht miteingerechnet). Dieses einzigartige mehrere tausend Jahre alte Erbe ist durch oftmals illegale Rodungen gefährdet. So beschloss die UNESCO 2017, einige dieser Gebiete auf die Liste des Weltnaturerbes zu setzen, ein symbolischer Schritt, der die Bedeutung dieses lebenswichtigen Kampfes unterstreicht.

Die Fondation Yves Rocher, ein engagierter Partner mehrerer Organisationen wie dem WWF in Ungarn, beauftragte Guillaume Herbaut, ein treuer Weggefährte des Festivals und Fotojournalist, diese tragischen Gebiete in Osteuropa aufzusuchen. Dies sollte die weltweite Initiative der Fondation, bis 2020 100 Millionen Bäume zu pflanzen, dokumentieren. Der französische Fotograf begann seine Tour an einem seiner Lieblingsorte: dem Gebiet um das Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine, wo Bäume und andere Pflanzen auf dem Land überlebt haben, das von der größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts verbrannt wurde. Von dort aus durchquerte er Rumänien bevor er zum Gemencer Wald in Ungarn reiste.

Seine Rundreise führt uns in Regionen, die durch die blindwütige Ausbeutung von Bodenschätzen verwüstet wurden. Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer: Die Natur mag zwar zerstört sein, aber es gibt Menschen, die sich nach Kräften bemühen, dem Land neues Leben einzuhauchen, indem sie wieder dort Bäume pflanzen, wo es früher Wälder gab. Auch in Ungarn wurden Wälder unter Naturschutz gestellt, damit die Natur endlich wieder Ruhe findet.

Herbauts Reise kommt fast eine Initiierung gleich. Er wurde für seine Arbeit über die Ukraine mit zahlreichen Preisen bedacht. In der Sicherheit seines Beifahrersitzes sehen wir uns die Bilder an, die die Geschichte der verwüsteten Wälder im Osten erzählen. Er zeigt, welche immense Bedeutung der Kampf gegen die Entwaldung in ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht hat.

In Zusammenarbeit mit der Fondation Yves Rocher. 

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