Danila Tkachenko

Restricted Areas

© Danila Tkachenko

„Eines Tages besuchte ich meine Großmutter, die in einer abgelegenen Stadt lebte, deren Existenz einst verschwiegen wurde“, erzählt Danila Tkaschenko. „An diesem Ort wurde die allererste sowjetische Atombombe entwickelt. In den 1960er-Jahren kam es zu einer nuklearen Katastrophe, die jedoch von den Behörden als Militärgeheimnis eingestuft wurde. Ich habe das erste Foto meines Projekts ‘Restricted Areas’ dort aufgenommen.“

Höher, stärker, leistungsfähiger … Mit diesem künstlerischen Fotoprojekt wollte Danila Tkaschenko den zutiefst menschlichen Drang beschreiben, mittels technischem Fortschritt einen utopischen Zustand zu erreichen. In diesem niemals endenden Wettbewerb verschiebt sich die Ziellinie wie der Sonnenuntergang am Horizont. Und die Regierungen sind manchmal bereit, so ziemlich alles zu opfern, um die Ziellinie zu überschreiten.

Der Fotokünstler Tkaschenko wurde für seine Arbeiten mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er hat Orte besucht, deren Errichtung auf dem Glauben an den technologischen Fortschritt gründete. Geheime Städte, die auf keiner Karte verzeichnet sind. Monumente, die einst Symbole der Macht des Sowjetstaates waren. Sie sind die Bühnen in Vergessenheit geratener Errungenschaften einer imginären Zukunft, die ihre Bedeutung verloren haben. „Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Einrichtungen vom Staat geschaffen wurden“, so Tkaschenko. „Ich bin davon überzeugt, dass die staatlichen Strukturen wesentlich stärker auf ihr eigenes Wohlergehen und ihre eigene Sicherheit als die ihrer Bevölkerung aus sind. Aufgrund dieser Einstellung führen die Aktionen und Entscheidungen des Staates oftmals zu Katastrophen, die sich auf die gesamte Bevölkerung auswirken.“

In Restricted Areas erfasst Tkaschenko die Erinnerungen an eine andere Zeit. „Diese totalitären Systeme müssen ständig ihre Überlegenheit unter Beweis stellen, um Menschen mit unmöglichen Idealen zu inspirieren, doch sie sind nie von langer Dauer. Fallen sie in sich zusammen, sind ihr einziges Erbe diese riesigen verlassenen Monumente. Zwar leben wir nun in einer völlig anderen Situation und es fällt mir schwer vorherzusagen, was noch in 50 Jahren übrig sein wird. Allerdings befürchte ich, dass es nicht so lange dauern wird, bis es zu einem ähnlichen Phänomen kommt.“ Tkaschenko hält uns mit seinen Fotografien die Vergangenheit eines Systems vor Augen, das einst unerschütterlich schien und gewährt uns einen Moment, um inne zu halten und über die Zukunft des Systems, in dem wir heute leben, nachzudenken.

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