Axelle de Russé

Togo: Die Gärtner des Waldes

© Axelle de Russe

„Bäume heilen, Bäume geben Nahrung, Bäume spenden Kraft, in den Bäumen wohnen die Geister der Toten“, so ein togolesisches Sprichwort. Auf den ersten Blick mag es scheinen, als lebten die Bewohner Togos mit der Natur in Harmonie. Aber der Eindruck täuscht. Durch traditionellen Brandrodungs-Feldbau und weil die majestätischen Kapokbäume für den Export abgeholzt werden, verschwinden jedes Jahr 15.000 Hektar Wald. 

Axelle de Russé, die mit ihren Arbeiten den Finger in die Wunden unserer Gegenwart legt, hat sich auf gründlich recherchierte Reportagen spezialisiert, so etwa über Konkubinen in China (für die sie 2007 mit dem Canon Female Photojournalist Award ausgezeichnet wurde) oder über die Folgen der Erderwärmung auf Svalbard, einer besiedelten arktischen Region. Dieses Mal begab sie sich in das Gebiet um die Stadt Kpalimé, um den Alltag einer landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft zu erforschen, die nicht hinnehmen will, dass ihr angestammtes Land brachfällt, und daher auf ihren Feldern Bäume pflanzt, die Stickstoff binden und so die Fruchtbarkeit des Bodens erhöhen. Im Rahmen eines entsprechenden Programmes, das von der APAF (einem Verein zur Förderung fertilisierender Bäume, der Agroforstwirtschaft und der Forstwirtschaft) getragen und von der Fondation Yves Rocher gefördert wird, sollen bis 2020 1,7 Millionen Bäume gepflanzt werden. Außerdem verschafft es 25.000 Bauern Arbeit. 

Axelle de Russé stellt uns nicht nur diese Anhänger der Agroforstwirtschaft in Afrika vor, die sich unverhofft als Vorläufer der Wiedergeburt eines ganzen Kontinents erweisen könnten. Sie erzählt uns auch die Geschichte einer Gemeinschaft, die traditionellen, spirituellen Verbindungen zu erneuern, die sie mit der natürlichen Welt verbinden. Denn Voodoo entstand in Togo … Die Fotografin durfte das Wäldchen von Bê betreten, den normalerweise keine Laien betreten dürfen, und wo Priesterinnen die Riten des Fetischismus als Teil einer Religion erlernen, der nach wie vor alle afrikanischen Glaubensrichtungen beeinflusst. Opfer und Zeremonien beruhigen die Seelen und verhelfen Familien zu Seelenfrieden und Wohlstand. Hier, so sagt man, haben die Götter die natürlichen Elemente geschaffen, die die Sterblichen überleben und gedeihen lassen: Eine Beschädigung dieser Lebensquellen kommt einer Beleidigung der Gottheiten gleich und führt zu unserer eigenen Zerstörung. Während sie sich um ihre Felder kümmern, auf denen sie Kakao, Getreide und Kaffee anbauen, setzen Esse, Ami, Marie und Adjo das von ihren Vorfahren Gelernte in die Praxis um: Sie sorgen für ihr Land in der Hoffnung, die Zukunft ihrer Nachfahren zu sichern. 

In Zusammenarbeit mit der Fondation Yves Rocher. 

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