TRENT PARKE
Australien, ungefiltert
„Die Stadt war hässlich, mit all den Werbungen,
Trent Parke
den weißen Gebäuden ohne Charme … Aber dieses
strahlende Licht ermöglichte es mir, mithilfe
der Kontraste all das auszublenden, was ich nicht
sehen wollte. Und das alles in meinen eigenen Traum umzuwandeln.“
„Für mich geht es vor allem um die emotionale Bindung. Ich liebe dieses Land, die Menschen, einfach alles … Ich interessiere mich nicht wirklich für ein anderes Land …“. So lautet die Liebeserklärung von Trent Parke an seine Heimat Australien. Er wurde in Newcastle geboren, einer Stadt in New South Wales, nicht in ihrem englischen Pendant. Er begann im Alter von 12 Jahren mit der Fotografie, indem er die Pentax Spotmatic seiner Mutter benutzte und die Waschküche der Familie in eine behelfsmäßige Dunkelkammer verwandelte. Diese Leidenschaft hat ihn seither nicht mehr losgelassen. Er begann als Fotojournalist und arbeitete für die lokale Presse. Seitdem hat er seine australischen Wurzeln genutzt, um Dokumentarfilme zu produzieren ebenso wie Arbeiten an der Grenze zwischen Fiktion und Realität, in denen er sich mit Themen wie Identität, Territorium und Familienleben auseinandersetzt.
Im Jahr 2007 wurde er als erster australischer Fotograf in die renommierte Agentur Magnum aufgenommen. Trent Parkes Ruf beruht auf seiner Fähigkeit, ein authentisches, ungefiltertes Porträt seines Heimatlandes einzufangen, das er umfassend von den ländlichen Outbacks bis zu den größten Küstenstädten dokumentiert. Für sein Buch Minutes to Midnight reiste er zusammen mit seiner Partnerin Narelle Autio – die ihre Arbeiten ebenfalls beim diesjährigen Festival ausstellt – 90 000 Kilometer durch Australien. Das Ergebnis ist ein Werk, das eine Nation im Wandel zeigt, die mit ihrer Identität und ihrem Platz in der Welt unzufrieden ist, aber auch eine Fiktion, die das Wiederaufleben einer apokalyptischen Welt beschreibt.
In einer zweiten Bilderzählung, Welcome to Nowhere, hat Trent Parke ironische Einblicke in staubige Städte im Hinterland auf humorvolle Weise zusammengestellt, die in absurden und oft surreale Szenen die Auswirkungen der menschlichen Besiedelung auf die Landschaft beschreiben.
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