Greg Lecoeur

Reise zum Mittelpunkt des Meeres

@ Greg Lecoeur

Ozeanforscher betonen immer wieder, dass wir über den Planeten Mars – der zwischen 60 und 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist – in vielerlei Hinsicht mehr wissen als über die Abgründe unserer eigenen Welt, dieses blauen Planeten, der zu 72 Prozent von Wasser bedeckt ist. Unter den Wellen unserer Meere und Ozeane befinden sich 95 Prozent des Lebensraumes der Erde. Auch wenn der amerikanische Unternehmer Elon Musk, der davon träumt, die Menschen in die Weiten des Weltalls zu schicken, das anders sehen mag: In Wahrheit stellen diese großen Tiefen die letzten unergründeten Regionen dar, die letzten weißen Flecken auf der Karte, die letzten Refugien einer bislang noch unbekannten Artenvielfalt. Denn einerseits verlieren wir durch die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf das Klima jedes Jahr Hunderte von Arten, andererseits entdecken wir laufend neue: Korallen, Fische, Amphibien … Wissenschaftlichen Hochrechnungen zufolge werden jedes Jahr etwa 18 000 neue Arten entdeckt, und 86 Prozent der an Land lebenden Arten (sowie 91 Prozent der unter Wasser lebenden) sind noch nicht beschrieben.

Diese geheimnisvolle Unterwasserwelt ist die große Leidenschaft des französischen Fotografen Greg Lecoeur. Aus Nizza gebürtig, ist er am Mittelmeer aufgewachsen und wollte schon seit seiner Jugend die Schönheiten der Meereswelt erkunden und sich für den Erhalt dieses ausgedehnten und sensiblen Ökosystems einsetzen. Nachdem er ein Wirtschaftsstudium absolviert und sich eine Zeit lang um den Familienbetrieb gekümmert hatte, wagte er schließlich den Sprung. Er war schon immer ein leidenschaftlicher Taucher gewesen, und eines Tages hörte er in seinem Inneren diese, wie er sagt, „leise Stimme, die uns erkennen lässt, dass wir im Leben eigentlich etwas ganz anderes tun wollen“. Für ihn hieß das: professioneller Fotograf zu werden. Fotografen, die sich auf Unterwasseraufnahmen spezialisiert haben, sind eine Klasse für sich. Sie müssen nicht nur ans Ende der Welt reisen, sondern auch logistisch gut vorbereitet sein und oft besonderen Einfallsreichtum an den Tag legen, um sich in einer Umgebung, für die der Mensch nun einmal nicht geschaffen ist, bewegen zu können und dort auch noch zu fotografieren. Greg Lecoeur hat diese Aufgabe mit Bravour gemeistert: 2016 wurde er vom National Geographic zum Naturfotografen des Jahres gewählt, und 2020 belegte er beim Wettbewerb Underwater Photography of the Year den ersten Platz.

Heute gehört Greg Lecoeur neben Brian Skerry, David Doubilet und Paul Nicklen zu den ausgewiesenen Spezialisten der Unterwasserfotografie. Diese Ausstellung präsentiert die beeindruckendsten Bilder seiner Karriere – ein stummer Reigen, in dem wir etwa auf Südliche Glattwale treffen, Seeleoparden oder fremdartige Geschöpfe, die die noch unerforschte Welt der ozeanischen Tiefen bevölkern. Lecoeur geht auf Tuchfühlung mit den Tieren, und das in Fotografien, die das Genre revolutioniert haben.

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