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Mittwoch

DAVID CHANCELLOR: TROPHY HUNTING

© DR

Sollten wir Tiere töten, um sie zu retten?

Von Charles Darwin und John James Audubon bis hin zu Theodore Roosevelt und Ernest Hemingway, die „erleuchtetsten“ Jäger haben sich lange als Naturforscher gesehen, die sich der Erhaltung von wilden Wildtieren verschrieben haben. Das gilt auch heute noch: Einnahmen von hunderten von Millionen an Bundessteuern, die auf Jäger erhoben werden, gehen jedes Jahr allein in den Vereinigten Staaten direkt zum Wildtiermanagement und damit verbundenen Aktivitäten. Und jeder, der einen Gefrierschrank voller Wild hält, wird Ihnen wahrscheinlich sagen, dass das Töten Ihres eigenen Abendessens in freier Wildbahn humaner ist als der Kauf des in Plastik verpackten Fleisches von industriell gezüchtetem Vieh. Von der Luft aus kann Afrika als Illusion erscheinen. Weite Wüsten, dramatische Riffe und donnernde Flüsse könnten als Aufbewahrungsort für all unsere Ideen über Wildnis erscheinen. Und doch wird hier kein Fleckchen nicht beansprucht: Die Tiere, die das Land durchstreifen, sind zu Waren geworden, Teil eines neuen Konsumismus, vermarktet und verkauft. Ihr Fortbestehen ist Kalkül der menschlichen Nachfrage, der Laune und der Berechnung.

Mit seiner Arbeit versucht David Chancellor, die Widersprüchlichkeit und die Komplexität der Jagd zu veranschaulichen. Er verwendet neutrale Bildausschnitte und ästhetisch ansprechende Einstellungen, um beim Betrachter Reaktionen zu provozieren. Seine Kompositionen sprechen kein Urteil, sondern geben ein differenziertes Bild der Beweggründe dieser Männer und Frauen, die Tausende von Kilometern hinter sich bringen und Unsummen ausgeben, um ein Tier zu erlegen. „Oft habe ich erlebt, dass Jäger, die sich tagelang durch den Busch geschlagen hatten, nicht auf den Abzug drückten, als sie ihrer Beute gegenüberstanden. Andere blicken traurig drein, nachdem sie geschossen haben, und gehen stundenlang abseits der Gruppe. Ein Tier zu töten, ist eine extreme Erfahrung. Die Menschen sind danach weder fröhlich noch zufrieden. Und man macht es sich zu einfach, wenn man sagt: ‚Einen Löwen zu töten, ist entsetzlich, die Jagd muss ein Ende haben.‘“
Vortragssprache: Englisch

Mittwoch 26. September um 19:00 Uhr Arnulf Rainer Museum; Eintritt frei

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