Franck Seguin

Der Unterwassergeher

© Franck Seguin

„Mein Körper verändert sich Stück für Stück“, schreibt Guillaume Néry. „Der Ozean formt ihn, um ihn auf die feindselige Umgebung der dunkelsten Untiefen vorzubereiten.“ Der Neue avancierte zum aufgehenden Stern, bis er schließlich im Alter von knapp 20 Jahren als der jüngste Apnoetaucher den Weltrekord brach. Er tauchte 87 Meter tief mit nur einer Monoflosse. „Ich erfüllte mir einen Traum, den ich einige Jahre zuvor noch nicht einmal gewagt hätte auszusprechen.“ Im Alter von 36 ist Guillaume Néry nun einer der weltbekanntesten Apnoetaucher. Seine vier Weltrekorde und seine beiden Weltmeistertitel haben ihn zum Star gemacht. Während diese Leistungen das Ergebnis von Talent und unermüdlichem Training sind, haben ihn die Filme, die er mit seiner Partnerin Julie Gautier (ebenfalls eine Meisterin des Apnoetauchens) gedreht hat, die Aufmerksamkeit der Medien beschert. Das Paar wurde sogar eingeladen, in dem Musikvideo für Runnin’ von Beyoncé mitzuwirken.

Im Jahr 2006 trat Guillaume Néry vor das Objektiv von Franck Seguin, der bereits alle großen Vertreter des Apnoetauchens für die Ewigkeit festgehalten hat: Pierre Frolla, Stéphane Mifsud, Hebert Nitsch und Loïc Leferme, einer der beiden Lehrer von Guillaume Néry. „Wenn Franck und Loïc zusammenarbeiteten, entdeckte ich die neue Perspektive, zu der er unserer Disziplin verhalf“, erinnert sich der Taucher. „Ich war fasziniert. Franck ist kein Taucher, der sich der Fotografie zugewandt hat, wie es oft der Fall ist. Er ist ein Fotograf, der das Tauchen gelernt hat.“

Es entstand eine einzigartige Beziehung zwischen Franck Seguin (dem leitenden Fotoredakteur der Zeitschrift l’Equipe) und Guillaume Néry. Im Laufe ihrer Beziehung entstand ein Bild, das 2007 mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet wurde. Als Guillaume 2015 bei einem Apnoetauchwettbewerb, bei dem ihm ein neuer Rekord gelang (139 Meter!), bewusstlos an die Oberfläche kam, zogen sich der Taucher und seine Partnerin aus dem Wettbewerbsgeschehen zurück und begannen, sich neue Projekte auszudenken. Gleichzeitig schlug Frank Seguin ein Unterwasserforschungsprojekt vor, bei dem er Guillaume Néry beim Tauchen in ungewöhnlichen Umgebungen fotografieren konnte.

Ihre fotografischen Streifzüge durch die Meere sind ein Aufruf, den Planeten zu schützen und ein Versuch, die Öffentlichkeit auf die Verletzlichkeit der Ozeane aufmerksam zu machen. Die Bilder zeigen Pottwale vor Mauritius, Haifische in Polynesien und eine versunkene Labyrinthstadt vor der Küste Japans sowie Strände auf den Philippinen, wo sie Angehörige der Bajau, das letzte Seenomadenvolk, antrafen.

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