Alexander Gronsky

Stadtlandschaften

© Alexander Gronsky

„Wir haben es uns angewöhnt, eine Fotografie nur in einem bestimmten Kontext zu sehen“, sinniert Alexander Gronsky. „Doch eine Fotografie hat ihr eigenes Gewicht, erfüllt ihren Zweck außerhalb dieses Kontextes. Eine gute Fotografie ist jene, die eine Frage aufwirft.“ 

Gronski wurde in Estland geboren, als das Land noch von der Sowjetunion beherrscht wurde. Er ging im Alter von 15 Jahren von der Schule ab und kaufte sich eine Kamera. Warum? In erster Linie, um die Mädchen zu beeindrucken! „Wäre ich nicht Fotograf geworden, dann wäre ich jetzt ein Gangster oder ein DJ“, erklärte er gegenüber dem Magazin Polka. Er begann als Modefotograf bevor er sich rasch seiner wirklichen Berufung zuwendete: Arbeit, die er als ‘Landschaftsfotografie’ beschreibt. Die Welt um ihn ist seine Obsession: Moskau in der Serie ‘The Edge’, aber auch Russlands Weiten in ‘Less than One’.

Er erzählt Geschichten von Menschen, die ein isoliertes Leben führen. Er spielt mit Perspektiven, und mit ausgeprägtem Sinn für Bildaufbau und meisterhafter Beherrschung des Lichts erschafft er Bilder, die an Malerei erinnern. In seiner Kompositionen begibt sich Gronski auf neues Terrain. In seinen Fotografien zeigt er Moskauer, die gemessen an unserem heutigen Standard, mit brutalen Lebensräumen zurecht kommen müssen: Wie können diese Familien ihre Sonntage in einem Park verbringen, hinter dem die Schornsteine eines Atomkraftwerks in den Himmel ragen? Der Künstler macht sich über unsere Vorurteile lustig und fragt, was ist Schönheit? Was ist Hässlichkeit?

Für seine Serie ‘Rekonstruktion’, hat er Laien fotografiert, die historische Schlachten nachstellen. Er hinterfragt die Formensprache der Schlachtenmalerei und lässt gleichzeitig Kriegsereignisse der Vergangenheit lebendig werden. Denn Gronski weiß, dass man sich den historischen Tatsachen rückblickend nur annähern kann, wenn man an ihrer Nachstellung teilnimmt. „Militärgeschichte nimmt bestimmte Räume in Beschlag“, erklärt er. „Und wenn die Schlacht vorbei ist, bleiben ein Ort und Erinnerungen zurück.“ Schauspieler und Hobbyhistoriker nehmen sich dieser Erinnerungen an, die den Mythos der Krieger auf ihre eigene Weise in traurigen grauen und grenzenlosen Umgebungen darstellen. In den einfachen ‘Landschaften’ von Alexander Gronski taucht tatsächlich eine Vielzahl von Fragen auf. In seiner Serie ‘The Edge’ zeigt er das verschneite Moskau und regt dadurch zum Nachdenken über die Vereinzelung des Individuums in der urbanen Umgebung an.

In Zusammenarbeit mit Polka Galerie, Paris.

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