Robert und Shana ParkeHarrison

Surreale Welt

© R&S ParkeHarrison

Die Aufnahmen von Robert und Shana ParkeHarrison gleichen fotografischen Zaubertricks. Der Betrachter kann, verführt und fasziniert, den Blick nicht lösen und fragt sich, ob das, was er da sieht, wirklich ist, und wie es wohl entstanden sein mag. Es sind Bilder mit antiquiert anmutenden Farbschattierungen und traumgleicher Symbolsprache, die einer fremdartigen Welt zu entstammen scheinen, in der namenlose Gestalten sich an den verrücktesten Unternehmungen versuchen: Sie bedecken ein malträtiertes Stück Land mit einem Teppich aus Gras oder reparieren den Ast eines Baumes, der vereinzelt in einer gerodeten Umgebung steht.

Robert wurde 1968 in Missouri geboren, Shana 1964 in Oklahoma. Er tritt in den eigenen Fotografien gern selbst in Szene, während sie die Inszenierung wie eine Regisseurin dirigiert. Die beiden Kunstfotografen und engagierten Umweltschützer arbeiten seit über 20 Jahren zusammen und bedienen sich dabei einer surrealistischen Bildsprache, die sie meisterhaft beherrschen. Ihre Werke sollen „der Tatsache entgegentreten, dass die einst so verheißungsvolle Verbindung zwischen Mensch, Technologie und Natur zunehmend brüchiger wird“. Sie erzählen eine mehrdeutige Geschichte, die das Dilemma umreißt, dass Wissenschaft und Technik die Probleme der Menschheit nicht lösen konnten, und liefern gleichzeitig Erläuterungen und Gewissheiten hinsichtlich der conditio humana. So kommt es, dass eine durch Technologie und menschliches Wirken entfesselte Natur mit fremdartigen Szenen aufwartet, in denen sich ungebändigte Kräfte und umherwirbelnde Elemente vermischen, in einem unaufhaltsamen, alles mit sich reißenden Fluss. Die Werke von Robert und Shana ParkeHarrison sind in den Sammlungen mehrerer amerikanischer und europäischer Museen vertreten, und seit Mitte der 1990er-Jahre werden ihre Arbeiten regelmäßig in Ausstellungen gezeigt.

Wenn wir im fünfzehnten Jahr des Bestehens des Festivals von La Gacilly einen Schritt zurücktreten und unter dem Motto Hymne an die Erde unsere Welt in den Blick nehmen, führt kein Weg an diesen beiden Vertretern der Kunstfotografie vorbei, die mit ihrer charakteristischen Handschrift den Betrachter zum Nachdenken über das komplexe Verhältnis bringen, das jeden einzelnen von uns mit unserem Planeten verbindet. Um ihre gemäldeartigen Werke zu schaffen, die zugleich voller Poesie und voller Dramatik sind, fertigen Robert und Shana ParkeHarrison von jeder Szene zunächst mehrere großformatige Papiernegative an, die sie dann in Einzelteile schneiden und neu zusammensetzen, bevor sie die Schnittstellen überdecken und das fertige Bild reprografieren.

 

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