Édouard Elias

Leben im Morbihan

© Hélène Pambrun

Für diese Auftragsarbeit, die mithilfe des Rates des Departements Morbihan entstand, konnten wir in Édouard Elias einen Vertreter der jungen Generation des französischen Fotojournalismus gewinnen. Vor vier Jahren machte er beim Festival Visa pour l’image mit einer Arbeit über die Fremdenlegion in der Zentralafrikanischen Republik auf sich aufmerksam, und 2015 erhielt er den Rémi-Ochlik-Preis der Stadt Perpignan. Das besondere Interesse des 27-jährigen gilt der Technik und der Geschichte der Fotografie. Lieber als über seine eigene Arbeit spricht er über die Bilder anderer, etwa über Bildausschnitt oder Komposition in den Werken seiner Vorbilder. Seine Reportage über die Feuerwehrmänner, die im Irak gegen brennende Erdölquellen kämpfen, ist eine Reverenz an Sebastião Salgado, und seine erste Arbeit über die Ukraine, die 2018 entstand, erinnert an Josef Koudelka.

Seine Begeisterung für alte fotografische Techniken, sein ausgeprägtes ästhetisches Empfinden und seine flammende Leidenschaft für das Erzählen von Geschichten – all dies hat uns dazu bewogen, ihn zu bitten, seinen Blick auf die Bewohner des Morbihan und ihre Lebensräume zu richten. „Dieser fotografische Essay wurde zu einer Wanderung durch das Morbihan, bei der ich vieles entdeckte: Fischer, die 48 Stunden lang auf dem Meer sind, ein ganz normaler Tag im Seniorenheim von Gourin, das Alltagsleben in der Offiziersschule Saint-Cyr Coëtquidan, ein Gartenfest in Lanester, ein Mann, der vor der Belle-Île auf seinem Boot lebt“, so Édouard Elias über seine Arbeit, die ihn mehrere Wochen lang durch die Region führte. „Jedes Bild entstand aus einer Vertrautheit mit den Menschen heraus, die sich manchmal innerhalb weniger Stunden entwickelte, manchmal im Verlauf mehrerer Tage.“ In seinen Bildern, die er in großem oder mittlerem Format zeigt, bringt Elias die Verbundenheit der Menschen mit ihrem Lebensraum zum Ausdruck. In den zahlreichen Porträts scheint nicht nur die ganze Vielfalt der Region auf, sondern sie lassen auch erkennen, wie tief ihre Bewohner mit ihrem Land verwurzelt sind.

Édouard Elias zeigt die Menschen aus nächster Nähe. Dabei wird deutlich, was ihn im Innersten antreibt: die Lust an der Reportage. „Wenn man einen Menschen fotografieren will, der sich in einer belastenden Situation befindet – der Schmerz empfindet, einen Verlust verkraften muss oder unter Krieg oder Armut leidet –, kann das nur gelingen, wenn es einem wirklich ernst ist und man sich seinem Gegenüber anpasst. Das Wichtigste bei unserer Arbeit ist die Hinwendung zum Menschen.“ Nichts könnte dies besser veranschaulichen als seine Bilder der Bewohner des Morbihan.

Mit Unterstützung des Rates des Departements Morbihan

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