In Memoriam Thomas Jorda

Thomas Jorda

Thomas Jorda war unser Freund – und Mitbegründer des Festivals. 
Leider weilt er nicht mehr unter uns, wir vermissen ihn sehr.
Es ist uns ein Bedürfnis, das Festival 2021 seinem Gedenken zu widmen.

Thomas, der l’uomo universale

Thomas war ein Barockmensch, kein Asket. Seine Leidenschaften waren allumfassend. Wissensdurst und Bildungshunger, Tatendrang, Lust am Lernen und am Lesen und Lust, dieses umfassende Wissen weiterzugeben. Er begeisterte sich für fast alles. Eine kleine Auswahl gefällig? Bücher, Pendeluhren, Comics, Barocksäulen, Urzeitkrebse, Kakteen,  Schuberts „Die Winterreise“, Wagners „Parsifal“, Operetten, die deutsche Sprache, Schüttelreime, Kirchen und Klöster…

Thomas, der Meister der Sprache

Thomas war ein von vielen hochgeschätzter Gesprächspartner, ein großartiger Alleinunterhalter und gleichzeitig ein geduldiger und emphatischer Zuhörer. Gespräche mit ihm waren nie langweilig, sondern immer originell, witzig und humorvoll. Er hatte ein ehrliches Interesse am Menschen und allem Menschlichen. Texte verfassen, fabulieren und formulieren fiel ihm leicht, seine Kreativität schien grenzenlos. Der NÖN blieb er ein Leben lang treu. In seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung des Berufstitels „Professor“ zitierte er Gustav Mahler: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“. Das war zweifellos ein Motto seines Lebens: Tradition und Moderne miteinander versöhnen, die Spannung bewusst leben und in Inspiration umwandeln.

Thomas, der Kunstliebende

Thomas stellte seine Kreativität auch als Schriftsteller und Librettist unter Beweis. Neben zahlreichen Büchern schrieb er eine Operette über Paris Hilton, die in Blindenmarkt aufgeführt wurde. Am eindruckvollsten war wohl sein Libretto zur Kinderoper „Die schöne Wassilissa“, die für viele Kinder zu einem unvergesslichen ersten Theatererlebnis wurde. „Lasst mich auch den Löwen spielen“ hieß eines seiner Bücher über den niederösterreichischen Theatersommer – besser lässt sich Thomas nicht beschreiben.

Thomas Jorda wurde am 6. Dezember 1959 in Wien geboren. Mit seinen Eltern ist er schon wenige Wochen später nach Baden gezogen, einer Stadt, der er sein ganzes Leben treu blieb.

1977 hat er in der Biondekgasse (humanistischer Zweig) maturiert. Seit 1977 war er freier Mitarbeiter der NÖN – der Beginn einer lebenslangen Bindung an die NÖN Familie. Unvollendetes Studium Jus und Katholische Theologie.

1984-1986 Kurzes, aber intensives Intermezzo als Religionslehrer in der BHAK/BHAS Baden 1986 Redakteur der NÖN in Baden. 

1991 Redakteur der NÖN im NÖ Pressehaus in St. Pölten.

1998 wurde er zum Chef von Dienst ernannt, 2005 zum stellvertretenden Chefredakteur. Als Ressortleiter Kunst und Medien wurde er zum prägender Kulturjournalisten Niederösterreichs sowie zum Leiter der NÖN Akademie. Vielfaches Jurymitglied, gefragter Moderator. Mit besonderem Engagement hat er Sonderprodukte erfolgreich gemacht und  zur Weiterentwicklung der Zeitung beigetragen – live, zeitenweise, NÖN Geschichtsmagazin. 

Förderer von female power, starke und laute Stimme für Frauen. Autor mehrerer Bücher und Libretti. Ministrant, Kommunionsspender, Begräbnisleiter

2004 Anerkennungspreis des Kulturpreises der Stadt Baden. 

2011 Auszeichnung mit dem Berufstitel Professor. 

2014 Verleihung des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich.

Thomas war mit Beate verheiratet, sie haben drei Kinder.

Am 28. September 2020 ist Thomas Jorda viel zu früh von uns gegangen.

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