Supratim Bhattacharjee
Sundarbans, der Zorn des Ozeans
Indien | Geboren 1983
„Seit Jahren dokumentiere ich die Dörfer
Supratim Bhattacharjee
in den Sundarbans, die durch das Eingreifen
des Menschen und eine unkontrollierbare Natur
verschwinden. Ich versuche, Zeugnis abzulegen
über die Zerbrechlichkeit der Natur,
über Hunderttausende Menschen, die in einem
Augenblick alles verlieren können,
um ein Bewusstsein zu schaffen,
das Unabwendbare abzuwenden.“
Die indischen Sundarbans bilden ein einzigartiges, vom Ganges geformtes Delta im Osten Indiens. Die Region erstreckt sich bis nach Südbengalen und hat eine gemeinsame Grenze mit Bangladesch. Dort gibt es über 4 100 km2 Mangrovenwälder, die 102 Inseln bedecken. 54 dieser Inseln werden von insgesamt 4,5 Millionen Menschen bewohnt. 1987 wurden die Sundarbans aufgrund ihrer außergewöhnlichen Artenvielfalt zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.
Dennoch ist diese fragile Umwelt zahlreichen unmittelbaren Risiken ausgesetzt. Die Mangrovenwälder, die als Pufferzone gegen Stürme und Flutwellen dienen, schrumpfen rapide. Der Meeresspiegel steigt unaufhaltsam, wodurch die Region immer anfälliger für Klimakatastrophen wird, was die Nahrungsmittel- und Wasserknappheit verschärft und die landwirtschaftliche Produktivität verringert. Die Fotos von Supratim Bhattacharjee erinnern an diesen offenkundigen Zustand, den niemand wahrhaben will.
Der indische Fotojournalist wurde in einer Region der Welt geboren, die diesen Umwälzungen besonders ausgesetzt ist. Seit Beginn seiner Karriere berichtet er über diese Umweltprobleme und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung. Bodenerosion, Versalzung des Grundwassers, die steigende Zahl von Klimaflüchtlingen… Die Titel seiner Arbeiten zeigen, worum es geht: Der Krieg ums Wasser, Eine Nation geht unter, Kinder in der Hölle. Katastrophenstimmung? Sensationslust? Nein Realismus.
Diese Inseln erodieren mit alarmierender Geschwindigkeit. Zwischen 2000 und 2020 haben die Sundarbans etwa 110 km2 Mangrovenwälder verloren, die einen wichtigen natürlichen Schutzschild für die gesamte Region darstellen. Es ist keine Welle, sondern eine Flut: Die Insel Lohachara, auf der einst mehr als 10 000 Menschen lebten, wurde in den 1980er Jahren endgültig überflutet. Ihre Bewohner waren gezwungen, umzuziehen.
Die Welt, die Supratim Bhattacharjee uns zeigt, ist nicht die Welt von morgen. Es ist die von heute.
INFO POINT
Tourist Information Baden
Brusattiplatz 3, 2500 Baden bei Wien
Geöffnet während des Fotofestivals:
Montag – Freitag: 10 – 16 Uhr
Samstag: 13 – 17 Uhr (Juni – Aug.)
Samstag: 13.30 – 16 Uhr (Sept. – Okt.)
Sonn- & Feiertag geschlossen!
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Festivalbüro La Gacilly-Baden Photo
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