Robert Doisneau

Doisneaus Küstenwelt

Frankreich | 1912 – 1994

„Ein guter Fotograf weckt die Hoffnung auf 
ein Wunder entgegen jeder Logik. Eine 
Art Glaube an den glücklichen Zufall. An jeder 
Kreuzung kann alles Mögliche passieren. 
Ich baue mir eine Kulisse, ein Rechteck, 
und warte darauf, dass Schauspieler kommen,
um irgendetwas darin zu spielen.“

Robert Doisneau

Er ist vor allem für seine Pariser Straßenszenen bekannt. Seine Schulkinder in kurzen Hosen, das sich küssende Paar vor dem Pariser Rathaus. Aber Robert Doisneau schaute sich nicht nur in der französischen Hauptstadt um. Er hat sein neugieriges und poetisches Objektiv auch an der französischen Küste spazieren geführt, von der Bretagne über die Normandie, die Vendée, das Baskenland, das Languedoc bis hin zur Côte d‘Azur. Auf Wanderungen, die er im Rahmen von Reportagen, Werbeaufträgen oder Familienaufenthalten unternahm. 

Der Mann, der sich selbst gern als „Auge von Paris“ beschrieb, machte sich daran, auch diese Küstenwelt einzufangen. Fischer, Hafenarbeiter, Urlauber, Sonntagsmatrosen: Sie alle werden zu Protagonisten dieser menschlichen Komödie, die man in Robert Doisneaus Werk immer wieder findet. Ob Pariser Pflastersteine oder bretonische Hafendämme: Ihn interessierte der Mensch, in einer stets fröhlichen Inspiration. Der Rest ist nur die Kulisse, in der er sich bewegt. 

Seine frühen Bilder von der Küste aus den 1930er Jahren sind genauso typisch für Doisneau wie seine bekannteren Fotos. Man sieht seine Frau Pierrette als winzige Silhouette an einem Sandstrand. Es folgen eher soziale Szenen, aber immer noch im Geiste dieser „humanistischen Fotografie“: Sardinenfischer, die in den Hafen zurückkehren, Kinder, die Muscheln sammeln, Schaulustige, die sich auf einer Promenade tummeln. Seine Töchter Annette Doisneau und Francine Deroudille haben diesen wenig bekannten Aspekt seines Werks wieder in den Vordergrund gerückt.

Anhand dieser Fotos wirft man einen anderen Blick auf Robert Doisneau, lernt ihn besser kennen und verstehen. Sie erinnern auch und vor allem daran, dass er neben den Aufnahmen, die ihn berühmt gemacht haben, vor allem ein aufmerksamer und wertvoller Zeuge einer vergangenen Epoche war, die von Süße und Unbeschwertheit erfüllt war. Als solcher ist und bleibt er einer der wenigen unverzichtbaren Namen der französischen Fotografie des 20. Jahrhunderts, sowohl in der Stadt als auch an der Küste.

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