Peter Dench
Ein Schelm, wer Böses denkt
Großbritannien | Geboren 1972
„Ich war nicht immer sehr freundlich zu Ihrer
Peter Dench
Majestät, der Königin. Ich hatte sie auf einer
Reise durch Südafrika begleitet. Als meine Fotos
veröffentlicht wurden, erhielt ich ein Fax, in dem
stand: „Der Palast war begeistert.“ Ich glaube,
man hat mir verziehen. Die Königsfamilie ist
wie ein alter Rolls Royce, den man zusammen-
flickt und zu besonderen Anlässen herausholt.
Ihre Instandhaltung ist kostspielig, ruft aber
gleichzeitig den Neid der Nachbarn hervor.“
Liebt Peter Dench England? Er wird 1972 am Tag des Heiligen Georg, des Schutzpatrons des Königreichs, geboren und wächst in einem Land auf, das sich im Umbruch befindet und zwischen konservativer Tradition und Fortschrittsbestrebungen hin- und hergerissen ist. Als leidenschaftlicher Fotograf wendet er sich bald der Dokumentarfotografie zu und beginnt, sein Land zu bereisen: von ländlichen Gebieten über die großen Metropolen bis hin zu den Orten am Meer, in denen das Wetter die Pläne der Urlauber konsequent durchkreuzt. Seine Bilder zeigen banale, oft skurille Szenen: Junggesellenabschiede, Dorffeste, Kneipentouren, überdrehte Fußballfans. Klischeehaft? Vielleicht. Aber diese Klischees müssen irgendwo herkommen. Peter Dench überrascht uns immer wieder, indem er fast schon Pin-up-Bilder von einem England erschafft, das die Besucher nur flüchtig erkennen können, wenn sie über den Ärmelkanal reisen.
Seine Herangehensweise ist extrem direkt, zwar mit einer Prise Ironie, aber immer mit einer gewissen Zuneigung zu seinen Motiven. Die Widersprüche des englischen Alltags werden in den Vordergrund gerückt und ergeben einen cleveren Mix aus Klasse und Trash. Peter Dench zeigt uns ein England, das eine Mischung aus Phlegma und Exzentrik kultiviert, wo Snobismus neben roher Vulgarität stehen kann. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter England Uncensored und zuletzt Carry On England, zwei unverzichtbare Werke, um ein Volk besser zu verstehen, das zwischen Eskapaden und Traditionen hin- und hergerissen ist. Seine Reportagen erschienen in Magazinen auf der ganzen Welt, denen seine Fähigkeit, das Absurde im Banalen zu entdecken, gefiel, bis er schließlich zu einem der wichtigsten visuellen Chronisten des zeitgenössischen England wurde. Die Stärke seiner Fotografien liegt in dieser undefinierbaren Mischung – spontanem Lachen, aber irgendwie mit zusammengebissenen Zähnen. Sie verkörpert perfekt den britischen Humor, der zwischen Satire und Zärtlichkeit schwankt. Peter Dench liebt England zweifellos. Aber man muss grausam sein, um gütig zu sein.
INFO POINT
Tourist Information Baden
Brusattiplatz 3, 2500 Baden bei Wien
Geöffnet während des Fotofestivals:
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Samstag: 13 – 17 Uhr (Juni – Aug.)
Samstag: 13.30 – 16 Uhr (Sept. – Okt.)
Sonn- & Feiertag geschlossen!
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