Mary Turner
Englische Peripherie
Großbritannien | Geboren 1994
„Nachdem ich meine Karriere in der Presse-
Mary Turner
fotografie begonnen hatte, wollte ich vor allem
die Hintergründe des aktuellen Geschehens
zeigen, was mich zu meinem ersten großen
Dokumentarfilmprojekt führte: Die Geschichte
der Gemeinschaft der fahrenden Leute. Diese
Erfahrung schafft Verständnis – unerlässlich
für die Kommunikation. Sie steht im
Mittelpunkt meiner Arbeit über das Überleben
von Menschen am Rand der Gesellschaft.“
Es gibt das England der Könige und Königinnen, der Lords und Burgen. Und dann gibt es das andere England, das Erbe der industriellen Revolution, des Bergbaus und der viktorianischen Ära. Das England, das der Schriftsteller Charles Dickens und der Filmemacher Ken Loach verewigt haben. Das England der Tafeln, Sozialämter, Arbeiterclubs und schmuddeligen Pubs; das England, das am Rande der Großstädte zerfällt. In diesen von Wirtschaftskrisen und Deindustrialisierung heimgesuchten Vierteln aus roten Backsteinhäusern leben marginalisierte Gemeinschaften.
Es ist dieses England, das Mary Turner seit Jahren zu dokumentieren versucht. Für verschiedene Zeitungen, darunter die New York Times, berichtet sie über das Leben der Menschen, die in Vierteln leben, die Touristen nicht besuchen; diejenigen, die wegen ihres Akzents vernachlässigt oder verachtet werden. Mary Turner erkundet ihre Realität, so wie sie es auch für die Traveller, Iren und Roma tut.
Dabei tappt sie nie in die Falle der Sozialfotografie: den so genannten Miserabilismus. Sie gewinnt das Vertrauen von Familien, die es gewohnt sind, sich unerwünscht zu fühlen, und weigert sich, ihre Not auszunutzen, um ihre Bilder zu verstärken. Auch Sentimentalität ist verbannt. Ihre Fotos sind roh, ungeschönt und das Ergebnis von Geduld und methodischem Journalismus. Es ist eine Arbeit, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, ohne die Fakten zu verdrehen oder eigene Vorurteile hinzuzufügen.
Der Ursprung ihrer Arbeit liegt in der humanistischen Fotografie und in den großen sozialen fotografischen Analysen des letzten Jahrhunderts. Die Existenz der Menschen am Rand der Gesellschaft zu sehen und zu akzeptieren ist der erste Schritt, um ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Indem sie dieses „besondere“ England dokumentiert, erinnert Mary Turner uns daran, dass ein Land mehr ist als nur ein Postkartenmotiv; es ist auch und vor allem ein Spiegelbild der Art und Weise, wie es mit seinen schwächsten Bürgern umgeht.
INFO POINT
Tourist Information Baden
Brusattiplatz 3, 2500 Baden bei Wien
Geöffnet während des Fotofestivals:
Montag – Freitag: 10 – 16 Uhr
Samstag: 13 – 17 Uhr (Juni – Aug.)
Samstag: 13.30 – 16 Uhr (Sept. – Okt.)
Sonn- & Feiertag geschlossen!
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