Martin Parr
Fashion Faux Parr
Großbritannien | 1952 – 2025
„Bei manchen Aufnahmen sind Models zu sehen, bei anderen sind es Leute,
Martin Parr
die auf der Straße gecastet wurden – manchmal kann man den Unterschied gar
nicht erkennen. Manche Aufnahmen wirken wie Dokumentarfilme,
andere eher wie Modefotos, manche sehen sogar wie Kunst aus. Das Spannende
daran ist, dass es schwer ist, den Unterschied zu erkennen.
Die traditionellen Grenzen zwischen diesen Welten verschwimmen zunehmend,
und es macht mir Spaß, diese neuen Verschmelzungen zu erkunden.“
Martin Parr ist kein berühmter Modefotograf. Martin Parr ist Martin Parr. Sein Stil wurde ikonisch, zum Inbegriff einer einzigartigen und farbenfrohe Vision unserer Welt, die im Alltag wurzelt. Er bricht mit den ästhetischen Codes und fängt im ganz Einfachen die Essenz des Lebens ein, unge-filtert und mit brutaler Ehrlichkeit, die aber seltsamer Weise nicht weh tut. Viel mehr erinnern uns Martin Parrs Foto-grafien daran, dass wahre Schönheit in der Authentizität eines jeden Augenblicks liegt.
Seit 1980 haben zahlreiche Modehäuser und Modemagazine Interesse am Stil des Künstlers gezeigt. Anstatt Mode als glamouröses, perfektes Ideal darzustellen, zeigt Parr sie in realen, oft überraschend banalen Kontexten. Seine Fotografien wirken spontan und ungestellt. Models erscheinen nicht als entrückte Ikonen, sondern als Teil einer lebendigen, manchmal chaotischen Umgebung – sei es an Stränden, auf Straßen oder in touristischen Hotspots. Dadurch entsteht ein spannender Kontrast zwischen der künstlichen Welt der Mode und der Unmittelbarkeit des Alltags. Jedes Bild wird zur Feier von Vielfalt und Vitalität.
Ein zentrales Merkmal von „Fashion Faux Parr“ ist Parrs unverkennbarer Einsatz von kräftigen Farben, direktem Blitzlicht und ungewöhnlichen Perspektiven. Diese Stilmittel verleihen den Bildern eine gewisse Überzeichnung. Mode wird nicht nur präsentiert, sondern gleichzeitig hinterfragt: Was bedeutet Stil in einer Welt des Massenkonsums? Wie beeinflussen Trends unser Verhalten und unsere Wahrnehmung von Schönheit? Darüber hinaus thematisiert Parr auch soziale Unterschiede und kulturelle Eigenheiten. Kleidung wird in seinen Bildern zum Ausdruck von Identität, Status und Zugehörigkeit – aber auch zum Spiegel von Absurditäten und Widersprüchen unserer Konsumgesellschaft. Seine Arbeiten regen dazu an, Mode nicht nur als ästhetisches Phänomen zu betrachten, sondern auch als gesellschaftliches und kulturelles Statement, ebenso unterhaltsam wie nachdenklich.
Martin Parr war ein britischer Dokumentarfotograf, Fotojournalist und Sammler, mit einem unverkennbaren fast anthropologischen Blick auf Alltagssituation. Als ehemaliger Präsident der Fotografenagentur Magnum hat sich Parr durch seine einzigartige Art, die Gesellschaft festzuhalten, einen Ehrenplatz in der Geschichte der Fotografie verdient.
Martin Parr war ein guter Freund des Festivals in Baden, das ihn 2024 mit einem „Lifetime Achievement Award“ und einer großen Retrospektive seines Schaffens für sein Lebenswerk würdigte.
INFO POINT
Tourist Information Baden
Brusattiplatz 3, 2500 Baden bei Wien
Geöffnet während des Fotofestivals:
Montag – Freitag: 10 – 16 Uhr
Samstag: 13 – 17 Uhr (Juni – Aug.)
Samstag: 13.30 – 16 Uhr (Sept. – Okt.)
Sonn- & Feiertag geschlossen!
Tel: +43 (0) 2252 86800 600
info@baden.at
Festivalbüro La Gacilly-Baden Photo
Tel: +43 (0) 2252 42269
festival@lagacilly-baden.photo



