Laurent Ballesta

Dem Himmel so fern

Laurent Ballesta © Caroline Ballesta

Frankreich | Geboren 1974

„Artenvielfalt wird oft in Prozentsätzen ausgedrückt,
die sich auf das Aussterben von Arten beziehen.
Aber darum geht nicht:
Sie ist in erster Linie eine greifbare Realität
aus Fleisch und Schuppen, Tentakeln und Fühlern,
deren Ausmaß wir nicht einmal ermessen können.
Je tiefer ich tauche, desto mehr erkenne ich
das Ausmaß meiner Unwissenheit über diese Tiefen.“

Laurent Ballesta

Roald Amundsen, der erste Mensch, der den Südpol erreichte und ein Experte für extreme Wetterbedingungen war, pflegte zu sagen, dass „das Abenteuer der schlimmste Feind eines Entdeckers ist“. Denn echte Entdeckungen können nur gemacht werden, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind: Gründlichkeit, Planung und Vorbereitung. Laurent Ballesta kann dies bestätigen. Es wäre unfair, den in Südfrankreich geborenem Biologen und Berufstaucher als bloßen „Unterwasserfotografen“ zu bezeichnen. Ballesta stellt seit 30 Jahren die Grenzen seines Körpers und der Unterwasserwelt auf die Probe. Sein Ziel ist es, immer ein Stückchen weiter in die berüchtigte „Twilight Zone“ vorzudringen, wo das Licht schwindet und die Abgründe auftauchen.

2019 nahm er zusammen mit drei anderen Tauchern an einem 28-tägigen Unterwasserabenteuer teil – der maximal zulässigen Zeit für diese Art von Tieftauchgängen – in einem Fahrzeug von der Größe eines Zugabteils. In diesem extrem beengten Raum aßen und schliefen sie unter einem Druck, der dem in den Tiefen des Ozeans entspricht. Sie atmeten ein Gemisch aus Heliox – bestehend aus Helium und knapp 4 % Sauerstoff – und tauchten bei ihrer Expedition in insgesamt 31 Tauchgängen bis zu einer Tiefe von 142 Metern. Diese Bedingungen ähnelten eher einem Weltraumspaziergang auf der ISS als einer Tauchexpedition.

Die Kombination aus Leidenschaft, Forschung und Fotografie steht im Mittelpunkt der Arbeit dieses Fotografen, der sich neben anderen Größen dieses Genres wie Paul Nicklen, David Doubilet und Brian Skerry einen großen Namen gemacht hat. Mit dem Ziel, unser Verständnis zu erweitern, lebt Laurent Ballesta eine tiefe Ehrfurcht vor der Natur und hofft, Anstöße zum Schutz unserer zunehmend fragilen Unterwasserwelt zu geben. Obwohl diese Umgebungen für den Menschen unwirtlich und geheimnisvoll bleiben, sind sie dennoch für das Leben der Menschheit auf der Erde unverzichtbar.

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Wer als Paar Lust hat zu erfahren, wie ihr Kuss unter dem Mikroskop aussieht, kann diesen in der KISS BOX fotografieren lassen.

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