Frédéric Noy
Die verlorene Welt von Udzungwa
Frankreich | Geboren 1965
„In unserer modernen Welt ist es ein Wunder,
Frédéric Noy
sich in eine unbekannte Tierwelt zu wagen.
Und wenn man dann tief genug eindringt,
taucht Udzungwa auf
wie ein Königreich der Stille,
der Einsamkeit, der Herausforderungen
und des kindlichen Staunens.“
Tansania zählt auf seinem Staatsgebiet 22 Nationalparks. Im letzten Jahr besuchten mehr als 1,5 Millionen Menschen die Nationalparks Kilimandscharo, Arusha und Serengeti. Aber nur 8 000 reisten nach Udzungwa im Zentrum des Landes.
In dieser mit dichter tropischer Vegetation bedeckten Bergwelt wurde Anfang der 2000er Jahre das letzte Exemplar einer Affenart entdeckt, die als Kipunji (Rungwecebus kipunji) bekannt ist. Allerdings gibt es keine Löwen, keine Nashörner, keine Leoparden… Also machen die Touristen einen Bogen um diesen Park. Wissenschaftler betrachten Udzungwa als eines der wichtigsten Schutzgebiete, da dieses nur 2 000 km² große Gebiet eine der reichsten Artenvielfalten des afrikanischen Kontinents beherbergt. Seine Wasserfälle, darunter der 170 Meter hohe Sanje, versorgen die gesamte Region auf natürliche Weise mit Wasser. Im Rahmen eines Fotoauftrags der Fondation Yves Rocher studierte der Fotojournalist Frédéric Noy, ein führender Experte für Umwelt- und geostrategische Fragen, monatelang diesen bedrohten Naturraum intensiv.
Der Park gilt als „gefährdet“. Zwar sind seine Grenzen technisch nicht umstritten, doch ist dieser Naturraum zunehmend von Monokulturen für Zuckerrohr oder Reis betroffen. Außerdem muss er einen starken Bevölkerungszuwachs verkraften. Vor 40 Jahren lebten hier noch 22 Millionen Menschen, heute sind es fast 70 Millionen. Diese Zahlen sind auf die Binnenmigration von Tansaniern zurückzuführen, die hierherkommen, um die reichen, fruchtbaren Böden zu nutzen und die Bäume zum Bauen von Häusern zu verwenden. All diese Maßnahmen haben die Grenzen des Parks ausgehöhlt. 400 000 Menschen leben in der unmittelbaren Umgebung von Udzungwa, und niemand kann einer verunsicherten ländlichen Bevölkerung vorwerfen, dass sie ihr Land bewirtschaften will.
Um dem entgegenzuwirken, starten Organisationen wie Mazingira multidimensionale Programme, um die kommenden Generationen bereits in der Grundschule in agroforstwirtschaftlicher Praxis zu unterrichten. Mit Bildungsprojekten, die Bauern für umweltfreundlichere Praktiken sensibilisieren, und der Schaffung und Erhaltung von grünen Korridoren, in denen Wildtiere sich frei bewegen können, ohne mit Menschen in Konflikt zu geraten, arbeiten Mazingira und andere Vereinigungen auch daran, mehr Touristen anzulocken, denn der beste Weg, Land zu schützen, ist, ihm einen Wert zu geben.
INFO POINT
Tourist Information Baden
Brusattiplatz 3, 2500 Baden bei Wien
Geöffnet während des Fotofestivals:
Montag – Freitag: 10 – 16 Uhr
Samstag: 13 – 17 Uhr (Juni – Aug.)
Samstag: 13.30 – 16 Uhr (Sept. – Okt.)
Sonn- & Feiertag geschlossen!
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