Axelle de Russé
Polare Anziehung
Frankreich | Geboren 1978
„Nachdem ich die Auswirkungen
Axelle de Russé
der Erderwärmung im polaren Norden
entdeckt hatte, wollte ich ans südliche
Ende der Welt reisen. Zwei Zivilisationen
und doch so viele Gemeinsamkeiten.
Die beiden Pole sind die Zeugen
einer geschundenen Natur und eines
aus dem Takt geratenen Klimas.“
Ganz im Norden der Erde, über 1 000 Kilometer vom Nordpol entfernt, liegt auf der Inselgruppe Svalbard, die nördlichste Kleinstadt der Welt – Longyearbyen. Mitten in der norwegischen Arktis, wird sie von Abenteurern, Bergleuten und Wissenschaftlern bevölkert und lebt im Rhythmus ihrer beiden Jahreszeiten: Tag und Nacht. Dort, in diesen entlegenen Gebieten, ist die globale Erwärmung am deutlichsten zu spüren: Seit 1960 ist die Temperatur dort im Winter um 8°C und im Sommer um 6°C gestiegen. Wer sind die Menschen, die im Angesicht des Unausweichlichen an vorderster Front leben?
Am anderen Ende der Welt, im chilenischen Patagonien, befindet sich Puerto Williams, die südlichste Siedlung der Welt. In der Subantarktis scheint sie auf den ersten Blick ein exaktes Spiegelbild ihrer nördlichen Schwester zu sein. In den kleinen Holzhäusern, die an die Berghänge gesetzt sind, leben etwa 2000 Menschen. Das Land, das einst die Heimat der Yagan-Indianer war und heute ein Marinestützpunkt ist, wird von Fischern, gebrochenen Herzen und den letzten Nachfahren des indigenen Volkes bewohnt. Isoliert, weit weg von allem, wie in der Zeit eingefroren, blickt sie auf ihre argentinische Nachbarin Ushuaïa mit dem Stolz derer, die in extremen Gebieten leben. Aber auch mit einer gewissen Sehnsucht. Wie überall sind auch hier die Folgen der globalen Erwärmung zu spüren: Schnee wird immer seltener, die Gletscher am Beagle-Kanal schmelzen zusehends und die begehrten Seespinnen ziehen sich immer weiter von der Küste zurück in kälteres Wasser.
In diesem sowohl dokumentarischen wie künstlerischen Fotoessay spielt die Fotografin Axelle de Russé mit der farblichen Ähnlichkeit der beiden vom Klimawandel betroffenen Pole: „Die Dunkelheit der Fotos soll die Vergänglichkeit einer zerbrechlichen, gefährdeten Welt zum Ausdruck bringen. Ich habe versucht, mithilfe des Infrarotverfahrens die Erderwärmung und das Gefühl von Wärme zu suggerieren. Durch die Veränderung der Farbgebung wird sichtbar, was für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist. Im Bild erscheinen die „heißesten“ Punkte dann magentafarben“.
INFO POINT
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Brusattiplatz 3, 2500 Baden bei Wien
Geöffnet während des Fotofestivals:
Montag – Freitag: 10 – 16 Uhr
Samstag: 13 – 17 Uhr (Juni – Aug.)
Samstag: 13.30 – 16 Uhr (Sept. – Okt.)
Sonn- & Feiertag geschlossen!
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