Anna Atkins

Blaudruck

Anna Atkins

Großbritannien | 1799–1871

„Die Schwierigkeit, winzige botanische Proben
wie Fadenalgen genau darzustellen, führte mich zu
diesem wunderbaren Verfahren, das Sir John Herschel
entwickelt hat und das als Cyanotypie bekannt ist.
Jetzt kann ich Bilder der Pflanzen selbst aufnehmen und freue
mich, sie meinen Wissenschaftlerfreunden anbieten zu können.
Notiz aus 1843“

Anna Atkins

Obwohl der französische Ingenieur Nicéphore Niépce allgemein als Erfinder der Fotografie im Jahr 1824 gilt, war Anna Atkins die erste Frau, die dieses Verfahren zur visuellen Reproduktion nutzte. Sie wurde 1799 während der Regierungszeit von König Georg III. als Tochter eines Wissenschaftlers am British Museum geboren und wuchs in einem Umfeld auf, in dem zwei Schlüsselbegriffe im Mittelpunkt standen: Wissenschaft und technologischer Fortschritt. 

Anna Atkins studierte Pflanzen und illustrierte Handbücher, bis sie Anfang der 1840er Jahre ihre erste Kamera erhielt. Sie widmete sich der Cyanotypie, einem fotochemischen Verfahren, das die Umwandlung von Lichtimpressionen in Schwarz-Weiß-Bilder auf beispiellose Weise vereinfachte und preußisch-blaue Abzüge hervorbrachte. Diese Technik war nicht nur eine Offenbarung für Anna Atkins, sondern auch das Bindeglied, das es ihr ermöglichte, ihr Interesse an der Botanik mit ihrer wissenschaftlichen Neigung zu verbinden.

1843 veröffentlichte sie Photographs of British Algae: Cyanotype Impressions, das als das erste mit Fotografien illustrierte Buch gilt. Jede Seite dieses handgefertigten Buches war mit einem direkt auf Papier abgebildeten Algenpräparat bedruckt. Die bläulichen, fast geisterhaften Silhouetten eröffneten eine neue Dimension in einem wissenschaftlichen Bereich, der zuvor ausschließlich auf handgezeichneten Illustrationen beruhte. Dank ihr wurden sie zu einer eigenständigen künstlerischen Sprache. Obwohl Botaniker von Anfang an von dieser Artenliste begeistert waren, sahen Ästheten später darin eine neue Kunstform. Dieser Ansatz ist bis heute weit verbreitet, wie beim Experten für mikroskopische Fotografie Spike Walker.

Zwei Jahrhunderte später ist Atkins‘ Einfluss noch immer in den Werken zeitgenössischer Künstler zu spüren, die von historischen Techniken und dem Zusammenspiel von Langsamkeit, Materialien und der handwerklichen Natur kreativer Praxis fasziniert sind. Über ihre Rolle als Pionierin der Fotografie hinaus erinnert Anna Atkins daran, dass die sorgfältige Beobachtung der Natur sowohl die Wissenschaft als auch die Fantasie beflügelt.

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