Sanna Kannisto

Einer flog über das Studio

© Sanna Kannisto

Die Bilder lassen es nicht erkennen, doch für ihre Vogelporträts legt Sanna Kannisto weite Reisen zurück: von Finnland, wo sie ihr eigenes Nest hat, nach Russland zum Baikalsee, nach Südamerika oder nach Italien. Auf den Fotografien posieren die Tiere stets vor demselben weißen Hintergrund, wodurch die Aufnahmen wie Illustrationen wissenschaftlicher Werke des 16. Jahrhunderts oder wie Ausschnitte aus Gemälden wirken. Und sie sind tatsächlich in einer Art Studio entstanden, in einer tragbaren Vorrichtung, die Kannisto immer dabei hat, wenn sie Vogelbeobachtungsstationen besucht. In diesen Käfig setzt sie die Vögel, die zuvor von Ornithologen gefangen wurden, und dann folgt die kurze Fotosession, bei der die Porträts entstehen. Anschließend bekommen die Vögel Futter und Wasser und werden umgehend wieder in die Natur entlassen.

Diese Methode – eine Mischung aus Fotografie und wissenschaftlicher Beobachtung – präsentiert die Vögel in einem ganz neuen und überraschenden Licht. Auf jedem Bild ist, wie es die wissenschaftliche Redlichkeit verlangt, der lateinische Name der gezeigten Art zu lesen. Indem die Kamera den natürlichen Lebensraum der Tiere ausblendet, lenkt sie den Blick auf die Schönheit des Federkleids, die Feinheiten der Anatomie und die unendlich vielen Variationen der Schnabelformen.

Alles begann, als Kannisto 1997 im Rahmen ihrer Abschlussarbeit an der Universität einen Botaniker auf eine Reise nach Peru begleitete. Seitdem arbeitet sie bei der Verwirklichung ihrer Projekte mit Wissenschaftlern zusammen: in Französisch-Guyana, Costa Rica, Italien, Deutschland, Russland sowie in ihrer Heimat Finnland. Fotografische Bezugspunkte ihrer Bilder sind Richard Avedon, August Sander, Karl Blossfeld und Joan Fontcuberta. All diese künstlerischen Positionen führt sie in ihrem ganz persönlichen Stil zu einzigartigen Kompositionen zusammen.

Ihre Werke konnte Sanna Kannisto auch außerhalb ihres Heimatlandes zeigen, sowohl in renommierten amerikanischen Galerien als auch in Museen, die sich der Fotografie und der zeitgenössischen Kunst widmen, wie etwa dem Centre Pompidou in Paris. Überall schätzt man ihre Bilder und deren unermessliche Vielfalt.

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