Olivier Morin

Sport im Eis

© Olivier Morin

Was treibt Surfer dazu, ihrer Leidenschaft in Gewässern nachzugehen, die drei Grad kalt sind und inmitten verschneiter Fjorde liegen? „Sie haben einfach keine andere Möglichkeit“, erklärt Olivier Morin, Leiter der Bildredaktion der AFP. Er hat lange in Stockholm gelebt, in dieser Zeit die skandinavischen Länder kennen und lieben gelernt und arbeitet noch heute regelmäßig dort. „Für die Norweger – und meistens fotografiere ich Norweger – sind solche extremen Temperaturen kein Problem. Sie leben das ganze Jahr damit.“ Wer sein Leben in der Kälte verbringt, entwickelt ein besonderes Verhältnis zu eisigen Temperaturen. „Irgendwann wird man sogar in gewisser Weise süchtig nach dem körperlichen und seelischen Erlebnis, das die Kälte verschafft“, so Morin. „Ich selbst bin jedenfalls ein großer Kältefan!“

Für seine fotografische Arbeit muss Morin sich diesen Bedingungen nicht nur in logistischer Hinsicht anpassen, sondern sich auch innerlich darauf vorbereiten. Er lagert seine Ausrüstung im Freien, damit sie nicht beschlägt, und er braucht einen Tauchanzug, der ihn so warm hält, dass er arbeiten kann, der aber auch so dünn ist, dass er ihn in kritischen Situationen nicht behindert. „Mit der Zeit lernt man, sich im eisigen Wasser zu bewegen“, so Morin. „Beim ersten Mal musste ich nach zehn Minuten schon wieder aufhören.“ Die Fähigkeit, zu improvisieren und sich anzupassen, ist für einen Fotografen essenziell, zumal für einen Sportfotografen. Unter anderem dank dieser Fähigkeiten gelang Morin auch eine der schönsten und berühmtesten Aufnahmen von Usain Bolt, die den Athleten in vollem Lauf zeigt, während über ihm ein Blitz den Himmel durchzuckt. „Aber so ein Foto ist zu neunundneunzig Prozent Zufall!“, kommentierte Morin sein Bild damals. Dank des Zusammenspiels von Glück und Begabung erschafft er immer wieder atemberaubende Bilder. Auf der Laufbahn eines Stadions, inmitten von Apnoetauchern, Eistauchern, Surfern … In all seinen Aufnahmen wird die enge Beziehung greifbar, die die Sportler zur großen Kälte haben. „Sie müssen sich nicht plagen, und ich auch nicht. Im Gegenteil, es macht richtig Spaß. Und es ist ein unverfälschtes Erlebnis.“

Der hohe Norden aus zwei Perspektiven
Im Rahmen der zweiten Zusammenarbeit zwischen dem Festival Photo La Gacilly und der Agence France-Presse wurden zwei Fotografen ausgewählt, die zwei verschiedene Sichtweisen auf den hohen Norden präsentieren. Beide behandeln ein Thema, das uns am Herzen liegt: die Verbundenheit von Mensch und Erde.

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