Gregor Schörg

Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal

© Christian Schörg

Niederösterreich feiert sein 100-jähriges Bestehen. Der Urwald Rothwald existiert seit tausenden von Jahren. Er beobachtete die Entwicklung Niederösterreichs über Zeiträume hinweg, die für uns Menschen kaum begreifbar sind. Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal ist mit seinen unberührten Naturräumen ein emotionaler Urgrund unseres Heimatgefühls. Gerade die Hochzeit der Eisenverarbeitung mit ihrer intensiven Holznutzung trug wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung Niederösterreichs bei. Der Urwald Rothwald zeigt uns, wie unsere Heimat durch Zeit und Natur geformt wurde. Das Grenzgebiet zwischen Steiermark und Niederösterreich hat eine wechselvolle Geschichte. Die Urwälder ganz Mitteleuropas wurde über Jahrhunderte hinweg so massiv genutzt, dass sie bis Ende des 19. Jahrhunderts auf zirka 400 Hektar zusammengeschrumpft waren. Albert Rothschild kaufte 1875 die Waldflächen rund um Gaming und Göstling/Ybbs – mit dem Rothwald inmitten. Als visionärer Naturromantiker erkannte er die Bedeutung dieses Urwaldrestes, der seit der letzten Eiszeit vom Menschen unberührt geblieben war. Gegen den Zeitgeist verbot Albert Rothschild seinen Forstleuten die Nutzung dieses Waldes. Im Einvernehmen mit der Familie Rothschild wurde das Schutzgebiet ab 1988 schrittweise erweitert. Im Jahr 1942 wurde es unter Schutz gestellt, 2001 wurde das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal mit einer Fläche von 1152 Hektar etabliert. Bis 2021 konnten weitere 7000 Hektar in das Wildnisgebiet eingegliedert werden. Ein ungemein wichtiger Schritt zur Erhaltung unserer Natur, die sich hier unbeeinflusst vom Menschen entwickeln kann. Ein Zukunftsprojekt ohne gleichen. Im Jahr 2017 wurde das Wildnisgebiet zum ersten UNESCO Weltnaturerbe Österreichs erklärt. 

Gregor Schörg ist sozusagen mit der Kamera in der Hand an der Seite seines Fotografen-Vaters Christian Schörg aufgewachsen. Vor drei Jahren hat ihn das Drohnen-Fieber gepackt, eine Leidenschaft, die ihm den 2. Platz beim Bundeslehrlingswettbewerb für Jungfotografen 2021 eingebracht hat. Grund genug für das Festival, Schörg Junior damit zu betrauen, etwas zu fotografieren, das so schützenswert ist, dass es so gut wie nicht betreten werden soll, das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal. Der Idealfall für Drohnen-Fotografie. Es sind „Die endlosen perspektivischen Möglichkeiten“, die Gregor Schörg faszinieren und die er nutzt um dem Wildnisgebiet ein zweiteiliges visuelles Denkmal zu setzen: Der Winter im Wildnisgebiet ist das Thema beim Festival 2022. Frühling, Sommer und Herbst werden 2023 gezeigt.

Die Ausstellung wurde mit der Unterstützung und dem Know-how von CEWE produziert.

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