Erik Johansson

Rätselhafte Illusionen

© Erik Johansson

„Bei meinen Fotos soll der Betrachter ein paar Sekunden lang nachdenken müssen, um herauszufinden, worin der Trick besteht.“ Je eingehender man sich mit den Bildern von Erik Johansson beschäftigt, desto weniger begreift man sie. Schon als er mit fünfzehn Jahren die Fotografie für sich entdeckte, entwickelte er die Technik, die seine weitere Laufbahn bestimmen sollte. Während bei vielen Fotokünstlern der schöpferische Prozess mit dem Drücken des Auslösers beendet ist, fängt bei Johansson dann erst alles an.

Indem er mehrere Bilder kombiniert, die nichts miteinander zu tun haben, erschafft er surrealistische, ja irrwitzige Szenerien, die alle ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein zum Ausdruck bringen. „Ich fange lieber Gedanken ein als Augenblicke“, so der 36-jährige gebürtige Schwede, der heute in Prag lebt und dessen Leidenschaft der Kunst und der Zeichnung gilt. Johansson ist ein Meister der Bildbearbeitung und führt die digitalen Werkzeuge wie ein Chirurg das Skalpell. Er hält sogar Vorträge über seine Techniken, in denen er Schritt für Schritt seine Methoden und Kniffe erklärt. Doch seine Tätigkeit erschöpft sich nicht im Fotografischen: „Erik erschafft das, was du dir vorstellst“, heißt es auf seiner Internetseite, auf der seine Qualitäten als Bildbearbeiter sowie sein fotografisches Gespür beschrieben werden. Zu seinen Kunden gehören Weltkonzerne wie Toyota, Google, Microsoft und Adobe, aber auch berühmte, ja sehr berühmte Künstler. So findet sich etwa eines seiner Werke in der Box The Later Years von Pink Floyd, die die Band 2019 nach mehrjähriger Vorarbeit herausbrachte. Den Entstehungsprozess dieser sowie zahlreicher anderer Aufnahmen kann man auf Instagram verfolgen (@erik.joh).

„Es geht darum, ein Puzzle der Wirklichkeit zu erschaffen“, erläutert Johansson. „Dazu fragt man sich erst, wodurch Illusion entsteht. Dann stellt man die verschiedenen Teile zusammen und erschafft dadurch eine alternative Realität.“ Bei diesem Vorgehen gelten bestimmte Regeln, so müssen sich die Bilder etwa hinsichtlich Perspektive, Licht und Kontrast gleichen. „Das fertige Bild soll möglichst schwer verständlich sein“, fasst Erik Johansson zusammen. „Der Betrachter soll nicht erkennen können, wo das Original beginnt.“ Wie bei einem perfekten Zauberkunststück.

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