Thomas Pesquet

Erde(n)

© ESA/NASA

Als Thomas Pesquet, Astronaut in Diensten der Europäischen Weltraumagentur ESA, in den sozialen Netzwerken von seinem Abenteuer berichtete, verzauberte er damit Millionen Franzosen. Zwischen November 2016 und Juni 2017 verbrachte der 41-jährige im Rahmen der Mission Proxima 196 Tage – also rund sechs Monate – an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Dabei führte er Untersuchungen zur Schwerkraft sowie Instandhaltungsarbeiten an der Station durch, aber auch Weltraumspaziergänge.

Während seines Einsatzes lernte die Öffentlichkeit den Wissenschaftler auch als außergewöhnlichen Fotografen kennen. „Vom Weltall aus hat man einen sagenhaften Blick auf die Erde in ihrer ganzen Herrlichkeit und Verwundbarkeit“, so Pesquet. „Die Erderwärmung, das Abschmelzen der Gletscher und andere bedrohliche Entwicklungen – all das nehmen wir hier unten kaum wahr, weil es sich in gewaltigen zeitlichen und räumlichen Dimensionen abspielt. Aber wenn man von dort oben auf die Erde herabsieht, begreift man das alles sofort. Auf dem Boden haben wir den Eindruck, die Ressourcen unseres Planeten seien unerschöpflich. Von dort oben erkennen wir seine Endlichkeit.“

Pesquet hat unsere Erde aus 400 Kilometern Höhe fotografiert und dabei laufend seine Technik verfeinert. „Die Raumstation bewegt sich dermaßen schnell – mit 27.600 Stundenkilometern –, dass man vor allem den richtigen Moment erwischen muss. Bei jeder Erdumrundung blieb mir nur sehr wenig Zeit, um meinen Fotoapparat zu zücken. Außerdem musste ich die Bewegung der Station miteinberechnen, wenn ich ein scharfes Bild erhalten wollte.“ In seinen Aufnahmen präsentiert sich unsere Erde in spektakulärer Weise. Wüstenartige Landstriche, die vom Menschen parzelliert wurden, um darauf Ackerbau zu betreiben, Inseln, die sich aus dem azurblauen Meer erheben und sich, in der Dunkelheit leuchtend, zu Megacitys zusammenfügen – überall zieht die bedrohte Schönheit unserer Welt den Betrachter in ihren Bann. Daher der Titel Erde(n), denn diese Erde zeigt sich vielfältig: mineralisch und pflanzlich, trocken und feucht, wild und domestiziert, verlassen und überbevölkert. „Ich will diese Bilder zusammen mit den Gefühlen weitergeben, die sie in mir hervorgerufen haben“, so der Astronaut. Dadurch hofft er, bei den Betrachtern den berühmten „Overview-Effekt“ auszulösen, jenen Bewusstseinswandel, der mit der Erkenntnis einhergeht, dass wir uns mehr um die Erhaltung unseres Planeten kümmern müssen, als wir es derzeit tun. In den Worten Pesquets: „Die Erde ist ein Raumschiff mit sieben Milliarden Menschen Besatzung, die alle überleben wollen. Sie ist wunderbar, aber vergänglich. Vergessen wir das nicht.“

Diese Ausstellung entstand mithilfe der ESA:

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