Erstmals mehr als 300.000 Besucher

Das war das Festival La Gacilly-Baden Photo 2020:

306.024 Besucher haben das Festival La Gacilly-Baden Photo 2020 gesehen. 

„Das ist ein großartiger und international sichtbarer Erfolg, für den wir uns ganz herzlich bei unserem Publikum bedanken“, freut sich enthusiastisch Lois Lammerhuber, Direktor und Initiator des Festivals. „Mit dem offenen Ausstellungsformat konnten wir in Baden einen kulturellen und – wie sich gezeigt hat – auch krisensicheren Besuchermagneten schaffen“.

Das Festival, das am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag eröffnet wurde, ist am 26. Oktober, dem österreichischen Nationalfeiertag um 24 Uhr zu Ende gegangen. Zeit also, Bilanz zu ziehen.

Tourismuslandesrat Jochen Danninger: „Das Fotofestival La Gacilly-Baden Photo war ein großes Highlight im heurigen Tourismusjahr. Dabei bildeten Kunst, Tourismuswirtschaft und Covid-19-Prävention eine perfekte Einheit: Tausende BesucherInnen konnte mit genügend Abstand die eindrucksvollen Fotografien im Freien bestaunen und brachten zusätzliche Wertschöpfung in die Region. Herzlichen Dank den Organisatoren für diesen wesentlichen Impuls für unseren Tourismusstandort.“ 

Lois Lammerhuber, Festivaldirektor, Jochen Danninger, Tourismuslandesrat und Stefan Szirucsek, Bürgermeister der Stadt Baden. © C. Kollerics

In enger Abstimmung mit dem Bürgermeister der Stadt Baden Stefan Szirucsek und Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner sowie mit einer gehörigen Dosis Umsicht, Flexibilität und Innovation konnte das Festival seinen Gästen trotz Covid-19 und eines auf die Hälfte gekürzten Budgets den sicheren Besuch der Ausstellungen ermöglichen. Den Strichen im Budget sind vor allem die über 100 geplanten Veranstaltungen zum Opfer gefallen.

306.024 BesucherInnen bedeuten ein neues Rekordergebnis für das Festival La Gacilly-Baden Photo – obwohl das Festival heuer um drei Wochen verkürzt werden musste, ohne Eröffnungsfest, ohne Workshops und Artist Talks, mit nur wenigen BesucherInnen aus dem Ausland, ohne den Besuch von Schulklassen und vor allem ohne Bewerbung.

Dieser Rekord ergibt sich aus der Zahl der Fotointeressierten, die das Festival in Baden willkommen heißen konnte – das waren 218.607 BesucherInnen – und jenen, die sich beim Partner des Badener Festivals, dem Naturhistorisches Museum Wien, die Ausstellung „WILD“ von Michael Nichols angesehen haben, das waren 87.417 BesucherInnen.

„Diese Zusammenarbeit ist Teil der Strahlkraft, die das Festival von Anbeginn zu entfalten begann und die im Krisenjahr 2020 ganz besonders sichtbar wurde, denn außer mit dem NHM arbeitet das Festival noch mit dem Monat der Fotografie in Bratislava (4. bis 30. November 2020) und dem Art Market Budapest zusammen (22. bis 25. Oktober 2020)“, erläutert die Kaufmännische Direktorin des Festivals Silvia Lammerhuber. Beide Veranstaltungen ermöglichen weiteren zirka 50.000 Besuchern eine kleine Auswahl von Arbeiten aus Baden kennenzulernen, die für die beiden Präsentationen sorgsam kuratiert wurden.

„Das Zentrum und die Parks der Stadt sind die Schauplätze der Galerien des Festivals. Unsere Besucher haben sich von den Bilderzählungen beeindrucken und bewegen lassen. Das Festival ist ein gelungener Beweis, dass wir niemals aufgeben dürfen. Ich gratuliere allen Beteiligten zu diesem Erfolg,“ zieht Bürgermeister Stefan Szirucsek sein Resümee, und Frau Vizebürgermeisterin Helga Krismer ergänzt: „Baden hat schon vor Jahren richtig entschieden, auf Kunst im öffentlichen Raum zu setzen und dieses Festival zu realisieren. Und jetzt sehen wir, dass es allen Krisen trotzen kann!“

Aus der Sicht von Axel Nemetz, Eigentümer und Direktor des At The Park Hotel, klingt das so: „Gerade ein so schwieriges Jahr wie 2020 hat gezeigt, welch starkes und wirksames Werkzeug das Fotofestival für den Tourismus ist. Natürlich konnten wir 2020 aufgrund der internationalen Covid-19 Lage nicht an die Nächtigungszahlen der Vorjahre anschließen, dennoch hatte Baden mit dem Fotofestival die einzigartige Möglichkeit, die Besucherfrequenz aufrechtzuerhalten und mit der damit einhergehenden Stimmung gesellschaftlich und wirtschaftlich zu profitieren.“ 

Dazu passt das Ergebnis einer von der Stadt Baden durchgeführten Umfrage, die eine Zustimmung der Badener Bevölkerung zum Festival mit 82% ausweist.

In seinem erst dritten Jahr hat die Berichterstattung der nationalen und internationalen Medien das Fotofestival Baden auf der internationalen Kultur-Landkarte endgültig verortet. 362 Medienauftritte in TV, Radio, Print, Blogs und Instagram sowie Kommunikations-Kooperationen mit Naturhistorischem Museum Wien, Art Market Budapest, dem Monat der Fotografie Bratislava sowie Austrian, Flughafen Wien, ÖBB, NÖM, Cewe, Hartlauer, und Terra Mater bedeuten einen Werbewert von rund 3 Millionen Euro. ­­

Besonders hervorgehoben werden von den Medien die humanistisch orientierten Themensetzungen, die von den besten FotografInnen der Welt in klarer Bildsprache, entschiedener Haltung und in großer visueller Vielfalt gezeigt werden, die von Reportage bis Poesie reicht. „Es ist die Qualität der in Baden gezeigten Fotografien, aufrichtig zu sein, egal ob dokumentarisch, inszenatorisch, ob fiktional oder faktisch. Und das macht das Festival in Baden so ungeheuer wertvoll“, zitiert Lammerhuber den Schweizer Exponatiker Fritz Franz Vogel.

Freddy Langer, Fotokritiker der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), sieht Badens Bilderwelten so: „Was das Festival La Gacilly-Baden Photo bedeutet, weiß man erst, wenn man dort gewesen ist. Fotos überall. Augenblicklich begreift man die hohe Qualität der Arbeiten. In Baden nimmt man die Fotografie als Mittel der Information sehr ernst und bietet kritischen Bildbeiträgen ein Forum – jenen Bildjournalisten vor allem, die sich mit dem Wandel der Gesellschaft, der Schönheit der Natur und der Gefahr ihrer Zerstörung auseinandersetzen. Storytelling ist eine der Leitlinien bei diesem Fotofest. Hier in Baden bekommen die Bilder durch ihre schiere Größe eine zusätzliche Kraft, die den Betrachter mitunter überwältigt. Mit dem, was sonst an Veranstaltungen im Kulturprogramm der Stadt üblich ist, haben diese Bildstrecken wenig zu tun. Aber womöglich braucht es genau solch ein modernes Medium in einer dramaturgisch höchst bereichernden Präsentationsform, um ein einst biedermeierliches Städtchen in eine neue Zeit zu führen“.

In diesem Zusammenhang muss die Zusammenarbeit mit dem ORF kulturMontag gewürdigt werden, dessen Initiative #dubistkunst im Festival Ausstellungs-Wurzeln geschlagen hat. Unter diesem Titel hat Martin Traxl, Leiter der kulturMontag Redaktion, ganz Österreich während des Covid-Lockdowns zum schöpferischen Mitmachen aufgerufen, Klassiker der Kunstgeschichte als Reenactments zu Hause nachzuempfinden und in Fotografien festzuhalten. Von einer hochkarätigen Jury, bestehend aus Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums Wien, Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere, Hemma Schmutz, künstlerische Direktorin des Lentos, Karola Kraus, Direktorin des MUMOK und Klaus Albrecht Schröder, Generaldirektor der Albertina, wurden die Ergebnisse bewertet. Die besten Arbeiten wurden dann für die Ausstellung in Baden ausgewählt. „Jeder Mensch kann ein Künstler sein“, hat Joseph Beuys einmal gesagt. Und dass auch jede(r) ein Kunstwerk sein kann, das hat diese Ausstellung zur Freude des Publikums bewiesen.

Dass mit dieser Ausstellung das Festival in Baden von den wichtigsten Kulturinstitutionen Österreichs wahrgenommen wurde, ist ein weiterer Grund sich zu freuen.

Und Gottfried Gusenbauer, Künstlerischer Direktor des Karikaturmuseum Krems, zieht folgende Bilanz: „Das Foto Festival in Baden hat mich seit seiner Gründung fasziniert. Lois Lammerhuber gelingt es Jahr für Jahr, die größten und renommiertesten Fotografen der Welt nach Baden zu bringen und in deren Gefolge die wichtigsten Medien Europas. Aber dieses Festival vermittelt auch die Begeisterung der KünstlerInnen selbst für dieses außergewöhnliche Projekt. Auf Schritt und Tritt verändert das Festival diese alte Kulturstadt, ladet die ganze Stadt neu auf, und ja, manchmal weckt er auch die eine oder andere verschlafene Ecke. Das Vorhaben, Baden zum Zentrum eines internationalen Festivals zu machen, wurde nicht lange diskutiert, sondern einfach realisiert. Und wer mit sehendem Auge durch die Stadt geht, erkennt die positiven Veränderungen, die Neugier auf ungewöhnliche neue Einblicke. Ich kann mich nicht entscheiden, sind es die herausragenden Studioarbeiten, die Landschaftsaufnahmen oder die Porträts, die mich in den Bilderrausch des Festivals am stärksten mitnehmen. Für mich ist es DAS Fest der Fotografie, unverkrampft stellt es internationale Freundschaften und Bindungen her und fungiert vor allem auch als Forum für die Zukunft der Fotografie“.  

NIEMALS AUFGEBEN! So lautet das Motto, das die Arbeiten der Fotografen des Festival La Gacilly-Baden Photo 2020 in zwei beeindruckenden Bilder-Zyklen vereint – Im Osten viel Neues und Renaissance.

Renaissance oder Wiedergeburt steht für das Bekenntnis und das Bewusstsein der ausstellenden Fotografen, mit ihren Arbeiten für unseren Planeten Erde ebenso einzutreten wie Festivalgründer Jacques Rocher mit seinem gigantischen 100-Millionen-Bäume-Aufforstungsprojekt „Plant for the Planet“. Wiedergeburt bedeutet folgerichtig die Erfüllung der Hoffnung auf Veränderung zum Guten. In diesem Sinne steht das Erinnern an den Aufbruch des Ostens als ganz wunderbares Beispiel dafür, wie vor 30 Jahren der Wind der Freiheit Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) freisetzte und damit die Modernisierung des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Systems der Sowjetunion ermöglichte. Dies führte schließlich zum Ende des Kalten Krieges und infolge zu einem bemerkenswerten Kreativschub zeitgenössischer Fotografie in Russland und den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR, den das Festival unter dem Titel IM OSTEN VIEL NEUES würdigen und feiern will. 

Diese beiden hochkomplexen Erzählungen wurden von 30 Fotografen, einem Fotografenkollektiv der Landesinnung NÖ und 13 Schulen in Niederösterreich visualisiert, verbunden mit einem Plädoyer für Frieden, Toleranz und Miteinander, getragen von humanistischer Gesinnung: Sergey Prodkudin-Gorsky, Sergey Maximishin, Justyna Mielnikiewicz, Alexander Gronsky, Danila Tkachenko, Alexey Titarenko, Elena Chernyshova, Kasia Strek, Yuri Kozyrev, Gerd Ludwig, Kadir van Lohuizen, Marco Zorzanello, Franck Seguin, Maia Flore, Valerio Vincenzo, Éric Garault, Juan Manuel Castro Prieto, Guillaume Herbaut, Axelle de Russé, Charles Delcourt, Marine Lécuyer, Julien Mauve, Aplhonse David, William Albert Allard, Boris Nemeth, Anton Schiestl, Christian Schörg und Lois Lammerhuber sowie den Fotografinnen von Sibylle, der „Vogue der DDR“, allen voran Ute und Werner Mahler sowie Sibylle Bergemann. 

Verteilt auf zwei Routen, einer Stadtroute von 2,8 Kilometern Länge und einer Gartenroute von 4,2 Kilometern Länge, waren 2.000 Fotografien zu sehen, darunter 25 Großformate mit bis zu 280 m2. Das Festivalgelände erstreckt sich ausgehend vom Besucherzentrum am Brusattiplatz in zwei Schleifen durch das Badener Altstadt-Zentrum sowie durch Kurpark, Doblhoffpark und Gutenbrunner Park – zusammen fast 7 Kilometer lang.

Der Titel des Festival La Gacilly-Baden Photo 2021 lautet „VIVA LATINA!“ und beschäftigt sich mit Lateinamerika. Das Festival beginnt am 18. Juni und endet am 17. Oktober 2021.

Der Festivalverein widmet das Festival 2021 unserem Vereinsmitglied und Pressesprecher Thomas Jorda, der kürzlich von uns gegangen ist. Ruhe in Frieden, lieber Freund!

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