Jan C. Schlegel

Of Monster & Dragon

@ Jan C. Schlegel

„Eine gute Fotografie vermittelt etwas, trifft den Betrachter in seinem -Herzen und lässt ihn verändert zurück. Kurz gesagt: Sie wirkt.“ Diesen Satz von Irving Penn erwähnt Jan C. Schlegel häufig, wenn er über seine Arbeit spricht. Das letzte Mal stellte er 2013 bei uns in La Gacilly aus. Die stahlblauen Augen des Mädchens Monteria aus dem Volk der Kalasha, dem er in Pakistan auf den Höhen des Hindukusch begegnet war, sind seitdem ein fester Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses des Festivals.

Jan C. Schlegel wurde 1965 in Deutschland geboren und begeisterte sich schon früh für die Fotografie. Als Jugendlicher musste er monatelang sparen, um sich seine erste Kamera leisten zu können. Schon bald entdeckte er seine Liebe zur Schwarz-Weiß-Fotografie, einer Technik, die er mittlerweile auf ganz persönliche, charakteristische Weise handhabt. Auf der Suche nach den letzten unberührten Völkern dieser Welt hat er über sechzig Länder bereist. In dieser Ausstellung zeigt er nun jedoch keine Menschen, sondern Insekten.

Mit der Serie Of Monster & Dragon, die wie ihre Vorgängerinnen vor einem weißen Hintergrund entstanden ist, überrascht Schlegel den Betrachter erneut. Er lotet darin die Möglichkeiten der Kalotypie aus, eines fotografischen Verfahrens, das im 19. Jahrhundert von William Henry Fox Talbot erfunden wurde, einem der Pioniere der achten Kunst. „Vier Monate lang habe ich mit dieser Technik experimentiert“, berichtet Schlegel. „Es ist eine sehr alte Technik, und wahrscheinlich habe ich sämtliche Fehler gemacht, die man dabei machen kann. Aber jetzt weiß ich, wie man sie handhaben muss. Es hat mich viel Zeit, Papier und Silbernitrat gekostet, aber ich glaube, diese großen Abzüge sind nun wirklich gelungen. Und es zeigt sich, dass dieses alte Verfahren hervorragend geeignet ist, um meine Motive in all ihrer Zerbrechlichkeit zu präsentieren.“

Das ist kein Zufall – Schlegels Motive sind Insekten. Insgesamt sechzehn Schmetterlinge, Käfer und Schaben zeigt er uns in Großaufnahme. Dabei verfolgt er eine ganz bestimmte Absicht: „Wenn diese Tierchen um uns herumkrabbeln, schreien wir auf, laufen davon oder zerquetschen sie, als würden wir einem Drachen zu Leibe rücken. Und das, obwohl sie uns immer und überall in riesigen Mengen umgeben. Viel zu selten nehmen wir uns die Zeit, sie wirklich zu betrachten, uns hinzuknien und diesen Monstern und Drachen in die Augen zu sehen. Mit dieser Serie möchte ich diese wunderbaren Wesen bis in die kleinsten Details ihrer Gestalt zeigen und ihre wahrhafte und tiefgründige Schönheit herausstellen.“

 

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